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Einträge: 10 Kategorie: Pressemitteilungen
aktualisiert am: 13.02.2018 - 22:30:42
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Weihnachten rückt immer näher. Und so steht an der Spitze der fünf Deals der Woche, die im E-Book-Shop www.edition-digital.de eine Woche lang zu jeweils stark reduzierten Preisen zu haben sind, wieder ein Weihnachtsbuch: Lutz Dettmann hat die darin enthaltenen mehr oder weniger kurzen Geschichten zunächst nur für die eigene Familie geschrieben und lässt jetzt auch andere Leserinnen und Leser daran teilhaben. Und mal ganz ehrlich, glauben Sie eigentlich noch an den Weihnachtsmann?Aljonna und Klaus Möckel laden uns ins Zauberland ein, wo diesmal jedoch eine große Katastrophe für die Smaragdenstadt droht. Gleich zwei Mal ermitteln kluge Köpfe und lösen selbst die schwierigsten Fälle. Kein Wunder, schließlich wissen der von Steffen Mohr erdachte Kommissar Gustav Merks und auch der von Jan Flieger erfundene Kommissar „Spürnase“ ihre kleinen grauen Zellen zu nutzen. Und von Tobias, also von Kommissar „Spürnase“, erfahren wir sogar, was er sonst noch tut, wenn er ganz intensiv denkt. Schließlich sind da noch insgesamt 40 ganz wunderbare Feuilletons von Jürgen Borchert zu haben. Und der ist ein Schriftsteller, der in dieser literarischen Disziplin einfach klasse war, vielleicht sogar Weltklasse. Aber überzeugen Sie sich am besten selbst und legen Sie einen Elefanten auf die Briefwaage. Vastehnsemarecht. Aber zurück zu Weihnachten.Es ist nur eine kurze Zeit her, eine ganz kurze Zeit, da hat die EDITION digital das Buch „Wer glaubt schon an den Weihnachtsmann?“ von Lutz Dettmann sowohl als gedruckte Ausgabe wie auch als E-Book herausgebracht: Weihnachten – Fest der Familie, strahlende Kinderaugen unter dem Weihnachtsbaum, Besinnlichkeit, für viele Menschen aber auch Symbol für Konsumterror, Völlerei und eine Zeit der Einsamkeit. Lutz Dettmann macht die Vielfalt der zahlreichen, oft widersprüchlichen Seiten der Weihnachtsfeiertage für den Leser erfahrbar. Die abwechslungsreichen Kurzgeschichten führen den Leser vom Mecklenburg der Gegenwart, in der ein erbarmungsloser Dekorationskrieg zweier Nachbarfamilien ein überraschendes Finale hat, bis in die Schützengräben von Flandern, wo er hautnah dabei ist, wie in der Heiligen Nacht des Jahres 1914 aus Feinden Freunde werden. Lutz Dettmanns Geschichten regen zum Nachdenken an und sind – genau wie die Vorweihnachtszeit – manchmal skurril oder auch trivial. Eines haben sie alle gemein: Sie vermitteln diese besondere Weihnachtsstimmung. Fast alle Weihnachtsgeschichten, über Jahre für die Familie geschrieben, finden in diesem Buch erstmals ihren Weg in die -ffentlichkeit. Dem Buch liegt außerdem eine DVD bei. Sie enthält den Kurzfilm „Fröhliche Weihnachten“ , der nach der in diesem Band enthaltenen Erzählung „Alle Jahre wieder“ gedreht und 2010 im MDR erstausgestrahlt wurde. Dafür hatte Lutz Dettmann auch das Drehbuch geschrieben. Die Erzählung ist ebenfalls im E-Book enthalten.Aber nun erst mal eine kleine Kostprobe aus den mitunter recht ungewöhnlichen Weihnachtsgeschichten von Lutz Dettmann. Auch diese hier beginnt zunächst recht still und harmlos und fast gewöhnlich:„Stille NachtDr. Friedrich Christ war ein ruhiger und ausgeglichener Mann. Bis vor fünf Jahren hatte er in der Landeshauptstadt gewohnt und dort eine florierende Arztpraxis geführt. Doch als der Doktor fünfzig wurde, stellte er fest, dass er nun in einem Alter sei, in dem auch er zählte und nicht nur seine Patienten.Um es kurz zu machen: Als der Doktor einige Monate später in einer Ärztezeitung las, dass eine Landarztpraxis frei werden würde, setzte er sich in seinen alten DKW und fuhr hinaus aufs Land. Der alte Landarzt stutzte zwar, dass sein potenzieller Nachfolger gerade einmal 15 Jahre jünger sein würde als er. Doch er fand ihn sympathisch und beide wurden schnell handelseinig.Des Doktors Frau brauchte nicht lange überredet zu werden, denn sie hatte schon lange bemerkt, dass ihr Mann in der Großstadt nicht mehr glücklich war. So wurden die vielen Bücher eingepackt, der Tochter und dem Sohn ein langer Brief geschrieben und hinaus ging es aufs Land. Der alte und der neue Landarzt praktizierten noch eine kurze Zeit gemeinsam, denn ganz einfach ist es nicht auf dem Land für einen neuen Arzt, auch wenn er schon 50 ist. Aber der neue alte Doktor sprach Platt und bewies den Leuten auch, dass er was konnte, und irgendwie deckte er auch noch einen alten Zweig seines Stammbaumes auf, der dort in Bargeshagen vor 100 Jahren gelebt hatte. Der alte Arzt setzte sich beruhigt zur Ruhe und zog zu seiner Tochter nach Greifswald.Dr. Christ fühlte sich wohl, weitab vom Großstadttrubel in seiner kleinen Praxis, mit dem kleinen Häuschen und dem großen Garten. Und wenn er nicht einen Schnack mit den Nachbarn machte, verbrachte er seine Mußestunden im Garten, las und beobachtete seine Frau beim Jäten und Ernten. Am Sonntag saß Dr. Friedrich Christ inmitten seiner Gemeinde und machte seinem Namen alle Ehre. Eigentlich hätte er glücklich und zufrieden bis ins Rentenalter leben können. Doch – wie schon gesagt – unser Doktor war ein ausgeglichener Mann – war – bis vor einigen Monaten. Dann nahm das Unheil seinen Lauf.Unruhig wälzte sich Doktor Christ von der einen auf die andere Seite. Der Schlaf wollte einfach nicht wiederkommen – obwohl es erst fünf Uhr war. Fast schmerzhaft klang der Gong des alten Regulators aus dem Wohnzimmer herauf. Neben ihm schlief seine Frau den Schlaf der Gerechten. Fast war er wütend auf sie, obwohl sie doch nicht dafür konnte, dass er nicht schlief. Dafür konnte nur eine bestimmte Kreatur etwas, und diese schmetterte ihren Laut schon wieder in die dunkle Nacht, seit fast zwei Stunden. „Dieses Miststück von Hahn!“ Der Doktor vergrub seine Ohren in das tiefe Kissen. Doch gedämpft klang das KIKERIKI noch immer an seine Ohren, als ob die Hühnerfedern mit dem Hahn unter einer Decke steckten.„Heute gehe ich noch einmal rüber zu Lehmann und red mit ihm! Der Hahn muss weg. Das Vieh ist doch verrückt! Stockdunkel, von der Sonne nicht eine Spur und krähen tut das Aas wie im Sommer. Verdammt, wir haben Oktober! Oktober!“Die Hand seiner nun erwachten Ehegattin ließ ihn verstummen. „Mann, versuch zu schlafen! Kein Wunder, dass du mit deiner schlechten Laune die Patienten zur Frau Doktor treibst.“ Da war es – das zweite Übel, dass ihn nicht ruhig schlafen ließ: Die junge Frau Doktor, die im Nachbardorf vor einigen Wochen eine Praxis eröffnet hatte. In Scharen liefen die alten Kerle mit dem kleinsten Zipperlein zu ihr und ließen vor ihr die Hosen runter! Wenn es so weitergehen würde, hätte er nur noch die alte Meyersche als Kundin. Die wog vier Zentner und konnte darum nicht in das Nachbardorf zur Konkurrenz gelangen.Doch mit der hübschen Doktorin konnte er leben. Der Hahn war das größere Übel. Die Frau Kollegin war ja noch nett zu ihm, aber der Lehmannsche Hahn war eine Ausgeburt der Hölle.“Erstmals 2002 erschien bei der LeiV Buchhandels- und Verlagsanstalt als Band 7 der Nikolai-Bachnow-Bücher die Druckausgabe von „Der Hexer aus dem Kupferwald“ von Aljonna und Klaus Möckel: Im Kupferwald, wo es Aluminiumfinken, Goldschwanzaffen und Silberwölfe gibt, haust in seiner Hütte der finstere Hexer Kaligmo. Seine magischen Kräfte bezieht er von einem Strauch, dem er dafür sein Blut spenden muss. Kaligmo ist eingebildet und hält sich für den größten aller Zauberer. Als er bei einem Magierwettstreit in der Smaragdenstadt nur den dritten Platz belegt, schwört er schreckliche Rache. Er schickt schwarze Stachelmänner aus, die überall wildwachsende Dornenhecken und Kakteen pflanzen. Die Stadt soll zuwuchern und alles Leben darin erstickt werden. Eine Katastrophe droht, der Weise Scheuch, Prinzessin Betty und die anderen müssen etwas unternehmen. Vergeblich bemühen sie sich zunächst, den Urheber herauszufinden. Als der Hexer sich dann zu erkennen gibt, ist guter Rat teuer. Der Tapfere Löwe und Elefant Dickhaut, die Kaligmo aufsuchen, um ihn zur Rede zu stellen, werden in unzerbrechliche Glaskugeln gebannt; der Eiserne Holzfäller entkommt mit Not einem grässlichen Tod. Aber da der Scheuch, Betty, Jessica, Larry Katzenschreck und sogar der Storch Klapp sich zusammenschließen, wird der Zauberer am Ende doch noch gestoppt.Am Anfang des spannenden und sehr einfallsfreudigen Buches erfahren wir, worüber sich der finstere Hexer Kaligmo so sehr ärgert und wie abschreckend er aussieht:„Erster Teil: Die schwarzen KaktusmännerEin beleidigter ZaubererEin Sirren lag in der Luft, ein Klang, als würden sanfte Hände über tausend Gitarrensaiten streichen. Es kam vom Wind, der mit den Zweigen des Kupferwaldes spielte. Mittagszeit. Die Goldschwanzaffen dösten in den Baumwipfeln; ab und zu huschte ein Aluminiumfink zum nächsten Strauch.Am Ende des Waldes, dort wo Dornenhecken und Stachelgestrüpp eine karge Ebene ankündigten, stand eine Hütte. Sie war stabil gebaut, aber ganz von Grünspan überzogen, denn ihre Wände bestanden aus Stämmen der Kupfereiche. Betrat man die Hütte, so schien sie nicht viel Raum zu bieten, doch der erste Eindruck täuschte. Eine geschickt in den Boden eingelassene Tür führte über eine Treppe nicht nur in einen Keller, sondern auch zu weiteren Wohnräumen. Sie waren mit Teppichen ausgelegt, möbliert und durch Leuchtsteine erhellt, wie es sie nur im Zauberland gab.Hier war das Reich des Hexers Kaligmo, eines mürrischen Mannes von unbeschreiblicher Hässlichkeit. Mit seiner schiefen Nase im eckigen Gesicht, mit abstehenden Ohren und einer Warze auf der Stirn, mit kurzen Beinen und langen dünnen Armen hätte er ohne weiteres einen nächtlichen Gruselgeist spielen können. Sein abschreckendes Äußeres war auch der Grund, weshalb er in dieser Einöde lebte.Doch Kaligmo hielt sich für einen bedeutenden Zauberer und Erfinder. Ganz unbegründet war das auch nicht, konnte er doch Wasser in Most verwandeln und Tiere zu Stein erstarren lassen. Außerdem experimentierte er mit Kräutern, Mineralien, Säften. Er rührte und mischte die verschiedensten Substanzen zu einem Gebräu oder Teig, mit dem er jegliches Leben nach seinen Wünschen verändern oder gar vernichten wollte.In diesen Tagen war Kaligmo besonders schlecht gelaunt – er musste sich irgendwie Luft verschaffen. Mit der Absicht, seine Wut an dem erstbesten Wesen auszulassen, das ihm über den Weg lief, verließ er seine Hütte. Die friedliche Landschaft draußen beruhigte ihn ein wenig und er begnügte sich zunächst damit, rechts und links blaue Blitze in die Büsche zu schleudern, so dass die Vögel kreischend aufflatterten. Als jedoch ein alter Wolf mit metallisch glänzendem Fell unglücklicherweise aus dem Gesträuch sprang, schrie der Hexer: „Bleib stehn, sonst verwandle ich dich in einen Hackstock!“ Der Wolf wusste, wie gefährlich Kaligmo war, und verharrte reglos am Fleck. Seine raue Stimme dämpfend, bat er: „Lass mich gehen, ich hab dir nichts getan. Wenn du willst, fange ich dir einen fetten Hasen zum Abendbrot.“ Das besänftigte den Zauberer etwas. „Heute und morgen einen Hasen“, befahl er, „übermorgen zwei Wachteln! Aber hüte dich, mich zu betrügen, wie es die Leute in dieser widerwärtigen Smaragdenstadt getan haben.“„Man hat dich betrogen?“, fragte der Wolf. Er merkte, dass es am besten für ihn war, das Gespräch in Gang zu halten.„Betrogen ist gar kein Ausdruck. Dieser Scheuch und seine Bande sind nichts als Scharlatane, denen man das Handwerk legen muss. Was verstehen die schon von Zauberei. Erst schreiben sie einen Wettbewerb aus, bei dem man seine Kunst zeigen soll, dann urteilen sie nach ihrem lächerlichen Geschmack. Warum habe ich mich bloß herabgelassen, teilzunehmen?“Der Wolf wusste nicht, was er erwidern sollte, begriff aber, dass Kaligmo einen Zuhörer brauchte. Dem Hexer war offenbar ein Unrecht geschehen oder er bildete sich das wenigstens ein. Jedenfalls musste er sich die Sache wohl von der Seele reden, zumal er sonst stets allein in seiner Hütte hockte. „Dabei habe ich ein so wunderbares Kunstwerk geschaffen“, erklärte Kaligmo.„Entschuldige, ich habe noch nicht genau verstanden, worum es bei dem Wettbewerb ging“, sagte der Vierbeiner.„Worum es ging? Wir sollten eine Festtafel nach unseren Vorstellungen gestalten. Mit unseren Wunderkräften natürlich. Alle Hexen und Feen des Zauberlandes waren versammelt, darunter so mancher Nichtskönner. Ich habe meine ganze Kunst entfaltet. Aber dann, bei der Preisverleihung ...“„Sie haben dich übergangen“, wagte der Wolf den Satz zu vollenden.„O nein! Das haben sie sich nun doch nicht getraut. Aber der Scheuch, der sich weise nennt und den obersten Richter spielte, hat mir nur den dritten Preis zuerkannt, den dritten!“ Angesichts dieser Kränkung traten Kaligmo Tränen in die Augen.Der Wolf konnte den Schmerz nicht ganz nachempfinden. Er dachte, dass ein dritter Preis bei einem solch großen Wettbewerb durchaus eine Anerkennung sei. Aber er hütete sich, das kundzutun. „Was hattest du denn gezaubert, Großer Kaligmo?“, fragte er unterwürfig und trat ganz vorsichtig einen Schritt zurück.Der Hexer war zu sehr mit seiner Rede beschäftigt, um die Fluchtabsicht zu bemerken. Zudem fühlte er sich geschmeichelt. „Die wunderbarsten Gerichte aus den Höhlen meiner Kindheit. Blutegelsuppe und Mäuseschwanztorte. Drei fette Ratten in einer Ziegenhaut gebacken und mit Eulenfedern garniert. Das Ganze in einem Kranz grauer Sumpffrüchte. Über Kreuz angeordnete gehäutete Schlangen an beiden Enden der Tafel. Die besten Stücke mit Dornen gespickt. Genial, sage ich dir!“'Irgendwie ziemlich genial sind auch die Ermittlungskünste von Kommissar Gustav Merks. 2012 legte Steffen Mohr bei der EDITION digital das E-Book „Rätselkrimis. Ein Kommissar für jede Jahreszeit“ vor: Wer hat den Tod des Artisten verschuldet? Womit verrät sich der Mörder des Postboten? Warum ist die Trauer der -ko-Bäuerin über den Tod ihrer Schwester geheuchelt? Wer wollte das Auto der Schlagersängerin in die Luft sprengen? Kommissar Gustav Merks ist den Tätern auf der Spur. Seinen legendären Ruf verdankt der gemütliche Sachse einer wirkungsvollen Waffe - seinen kleinen grauen Zellen. Wer die eigenen kriminalistischen Fähigkeiten unter Beweis stellen will, hat hier Gelegenheit: 77 Rätselkrimis versprechen Spaß und Spannung beim Lesen und Lösen. Wer aufgibt oder den falschen Täter dingfest macht, kann sich am Ende die Ermittlungsergebnisse des Gustav Merks ansehen. Als Einladung, sich selbst einmal als Ermittler zu versuchen, präsentiert der aktuelle Newsletter die ersten beiden Fälle von Kommissar Merks. Aber um es gleich hinzuzufügen, sie sind nicht ganz einfach zu lösen …„IM MÄRZEN DER BAUER BIS PFINGSTEN SCHLÄGT ZU1. FRÜHLINGSSCHNEEMit Anke und Karolin gab es in der Stadt zwei Stardiven, und das war einfach eine Diva zu viel. Zwar traten die beiden jungen Frauen gemeinsam in einem ständig ausverkauften Brettlprogramm auf. Doch als ruchbar wurde, dass die blonde Anke ihrer Kollegin den Lebenspartner weggeschnappt hatte, tickte die Bombe.Gerade jetzt stand Anke neben ihrem Auserwählten. Sie bückte sich in den Mercedes, mit dem sie als erste Gäste auf dem ländlichen Parkplatz gelandet waren. Der gutmütige Peter, Herr beider Künstlerinnen und einiger anhängender Musikanten und Tänzer, blickte mit großen blauen Augen in die Nachmittagssonne. Eben belud ihn die Braut mit mindestens sechs Blumensträußen. „Echtes Verlobungswetter, Schatz“, strahlte Peter. „Jetzt ist es gerade mal 17 Uhr“, bemerkte Anke kühl. „Bis Sieben trudeln die letzten Gäste ein, und dann wird es schon Nacht.“ Während sie neben ihrem Bräutigam auf den romantischen Landgasthof zustakste, meinte sie: „Gott sei Dank kommt mein alter Freund, der Kommissar. Und hoffentlich bleibt Karolin der Party fern.“Der Weg über den Hof war mit Feldsteinen gepflastert. Der Schnee fiel quasi aus heiterem Himmel. Rasch überzogen die Flocken die weite Fläche des Parkplatzes mit einer dichten Decke. Es war kurz nach 19 Uhr, als Kommissar Gustav Merks seinen alten Audi neben die anderen Wagen stellte. Vorsichtig, um die für den Anlass frisch geputzten Schuhe nicht zu beschmutzen, balancierte er einen Riesenstrauß und seinen stattlichen Bauch über den Hof.Drinnen liefen bereits die musikalischen Verlobungsständchen. Als der Kommissar in der Tür erschien, steppte die mollige Karolin zu heißen Pianoklängen über das Parkett. Man konnte über die beiden Künstlerinnen denken, was man wollte - in diesem Augenblick, als die kühle Schönheit neben ihrem Bräutigam still sitzen musste, war Karolin die weitaus bezauberndere Person im Saal. Sie hatte einen witzigen Song über die rosige Zukunft verfasst und verführte damit selbst die anwesenden Brettlkollegen zu Beifallsstürmen. Als sie Anke gelbe Rosen und Peter ein Biedermeiersträußchen mit großer Silberdistel überreichte, beobachtete der Kommissar von der Tür aus die Mienen der Drei genau. „Wenn Blicke Stichwaffen wären“, dachte Merks. In diesem Moment schob sich Karolin an ihm vorbei nach draußen. Offenbar musste sie zur Toilette. Anke rief: „Oh, Gustav! Setz dich doch in Ermangelung eines Schwiegervaters an meine Seite!“ Merks gratulierte väterlich, und amüsiert verfolgte er die anschließende Darbietung des Hausballetts. Danach mischte sich eine völlig entspannte Karolin wieder unter die Gäste.Das Büffet wurde eröffnet. In einem günstigen Moment winkte Anke den Kommissar an ihre Seite. „Denk nicht, dass das, was ich dir anvertraue, bloß Theaterdonner ist. Karolin hat einem der Musiker erzählt, dass sie mich in die Luft sprengen will. Wörtlich! Von einer Autobombe war die Rede. Du hast doch Erfahrung mit so was. Könntest du bitte mal zu unserem Wagen gehen und nachschauen?“ Merks nickte stumm. Als er schon auf dem Hof war, stand die Braut plötzlich in der Eingangstür und winkte ihn aufgeregt zurück. „Entschuldige. Weißt du denn, welches Fahrzeug unseres ist?“ „Deinen Wagen“, meinte Merks, „finde ich auf Anhieb.“ - Weshalb?2. NUR DIE KROKUSSE WAREN ZEUGEBei Eisen-Lutz in der Gartenlaube lag eine Leiche. Kommissar Gustav Merks hatte die unverwechselbare, markante Stimme des invalidisierten Eisenhändlers am Telefon sofort erkannt. Mit Glas-Peter, seinem ebenfalls im Ruhestand lebenden Grundstücksnachbarn, befand sich der Alte im Dauerstreit. Mal wuchsen die Zweige der Pflaumenbäume von Eisen-Lutz zu weit über den Glas-Zaun, mal rannten Nachbars Hühner quer durch fremde Blumenbeete. Eisen-Lutz aber war als gewalttätig bekannt. Die Hühner von Glas-Peter erlegte er mit der Sense. Diesmal wahrscheinlich auch den ehemaligen Glaser selbst.Die ganze Woche hatte es Bindfäden geregnet. Dementsprechend war der Zustand der Wege im Gartenverein. Merks ließ sein Fahrzeug vor dem Torschild mit der Aufschrift „Märchenidyll“ stehen. Seinen massigen Körper mühsam bewegend, stapfte er durch den Schlamm.Irgendwie war trotzdem ein Auto bis zum Grundstück von Eisen-Lutz durchgekommen. Es parkte vorm Zaun. Merks erkannte den Nobelschlitten als den Manta von Glas-Peter. Jetzt musste ihm der Eisenhändler ein bisschen mehr erzählen als die drei Sätze am Telefon: „Der Glaser ist bei mich rein inne Laube. Hat mir angegriffen mit ne Waffe. Ich hab ihm mit de Sense 'n Kopp kürzer gemacht. Komm' Se doch ma vorbei, Herr Kommissar.“In allen Farben des Frühlings leuchteten lieblich die Krokusse auf Eisen-Lutzens Beeten. Dazwischen, auf dem Weg zur Laube, erblickte der Polizist die tiefen Fußstapfen eines Mannes. Vom Manta aus führten sie direkt auf das Gartenhäuschen zu. Merks sah zu, dass er in die Spuren hineintrat, um nicht noch mehr Schlamm an seine Schuhe zu pappen.Glas-Peter lag auf den Dielen gleich hinter der Tür. Der als Graf Koks verschriene alte Kleinkapitalist, von dem man sich erzählte, sein Harem erledige alles im Gärtchen, sah im Designeranzug und den frisch gewienerten Markenschuhen, auf deren Sohlen noch das Preisschild klebte, auch im Tode noch ganz passabel aus. Mit einer kleinen Ausnahme: Sein blond getöntes Toupet und ein erhebliches Stück Kopfhaut befanden sich einige Schritte von ihrem natürlichen Sitz entfernt in der entgegengesetzten Ecke des Raumes. Blutspritzer bedeckten den Boden. Die Sense von Eisen-Lutz lag neben dem abgetrennten Kopfsegment.„Ich habe nullkommanischt verändert, Herr Kommissar.“ In seiner Pratze schwang der rotgesichtige Choleriker einen schwarzen Taser. „Mit diesem Elektroschocker hat das Schwein mir angegriffen. Latscht rein in meine Hütte, zieht das Ding und will mir betäuben! Nee, da hab ich mir gleich gewehrt. Und die Sense hat, wie Sie sehn, ganze Arbeit geleistet.“„Und warum halten Sie jetzt den Scorpion 750 in der Hand?“ Merks schüttelte ärgerlich den Kopf. „Es war die reine Notwehr, Herr Kommissar!“ „Glas-Peter ist also direkt aus seinem Wagen in Ihre Laube gestürzt und mit dem Taser auf Sie los?“ „Was 'n sonst? Nu machn Se schon Ihre Tatortbildchen.“„Nicht nötig. Wir müssen bei der Polizei jetzt auch mit Fotomaterial sparen. Außerdem bin ich fest überzeugt, dass sich die Tötung Ihres Gartennachbarn ganz anders abgespielt hat.“ - Wie?„Elefant auf der Briefwaage“ – unter diesem schönen Titel veröffentlichte Jürgen Borchert erstmals 1979 im Mitteldeutschen Verlag Halle-Leipzig 40 Feuilletons: Es sind Momentaufnahmen und viele andere Dinge, die der Feuilletonist Jürgen Borchert in diesem Band versammelt. Insgesamt 40 an der Zahl. Und der Bogen der Themen und Titel ist wie immer weit gespannt, reicht vom Nabel der Welt über Labyrinthe und Inkas im Ballon bis zu einer Frau im blauen Kleid und eben zu verschiedenen Momentaufnahmen. Und gleich am Anfang des Bandes mit 40 Feuilletons, die man am besten nicht gleich alle auf einmal, sondern Stück für Stück genießen sollte, gibt es eine bemerkenswerte Empfehlung des Autors an seine Kritiker: „Meinen Kritikern empfehle ich, sich eine Briefwaage, wo nicht schon vorhanden, unbedingt anzuschaffen. Sie können sie zum Abwägen meiner Feuilletons benutzen. So werden sie dann bestätigt finden, was sie schon immer behaupten: Diese Feuilletons sind einfach zu leicht. Wie ein Elefant. Vastehnsemarecht.“ Aber dazu muss man sie gelesen haben. Alle. Fangen wir doch einfach mit diesem hier an: „Fähre zu verkaufenEines Tages steht eine Anzeige in der Zeitung; sie bietet eine Gierfähre feil, gut erhalten und in zugelassenem Zustande. Die Tragfähigkeit beträgt, wenn wir dem Anzeigentext glauben dürfen, 18 Tonnen. Über den Preis ist allerdings nichts ausgesagt, aber da eine Gierfähre nicht über einen Motor oder ähnliche technische Raffinessen verfügt, Zierleistenbei einem solchen Fahrzeug nicht vorhanden und andere preistreibende Extras nicht erwähnt sind, dürfen wir getrost meinen, die Gierfähre sei erheblich billiger zu haben als ein gebrauchter Wartburg. Also greifen Sie zu: so schnell kommen Sie nicht wieder zu einer Gierfähre, einem Gefährt, das zudem höchst umweltfreundlich ist, sich völlig lautlos bewegt und keinen Treibstoff benötigt, wenn man von einem gelegentlichen Schnaps für den Fährmann absieht: abends ist es manchmal kühl auf dem Wasser.Bevor nun aber alle Gierfähren ausverkauft und also von der Elbe verschwunden sein werden, bin ich schnell noch mit einer gefahren, um herauszufinden, wie denn so ein Gefährt eigentlich funktioniert, so ohne Motor und Treibstoff. Zunächst führt eine kleine Straße auf den Strom zu, geradenwegs ins Wasser hinein, um auf der anderen Seite weiterzugehen, als sei sie nicht durch einen halben Kilometer Elbe unterbrochen.Hier, zwischen den Straßenenden, pendelt die Gierfähre. Sie pendelt: das will sagen, sie bewegt sich lautlos und geheimnisvoll wie ein Pendel ohne sichtbaren Antrieb von Ufer zu Ufer hin und her. Nun ist die Fähre an unserer Seite angekommen, legt knirschend an, der Fährmann leiert die hölzerne Auffahrklappe hinunter und betrachtet uns einsame Fußgänger missbilligend: solche Touren lohnen sich nicht. Dann betätigt er zwei urige, ins Wasser hinabreichende Hebelgestänge, und wiederum lautlos und geisterlich entfernen wir uns auf diesem brettflachen, mit einer Holzbude für den Fährmann versehenen Vehikel, um schließlich am anderen Ufer zu landen. Während der Fahrt geht uns ein Licht auf; das Prinzip der Gierfähre offenbart sich: An einem langen Seil, ein paar Hundert Meter stromauf verankert, hängt der Fährprahm, dessen Bewegung von zwei am Schiffsboden befindlichen Seitenrudern erzeugt wird. Die Strömung der Elbe drückt also unseren Kahn je nach Stellung jener Ruder auf die eine oder andere Seite, ohne dass menschliche oder maschinelle Kraft vonnöten wäre. Diese Erfindung, genial in ihrer Primitivität, soll, wie ich mir habe sagen lassen, mehr als tausend Jahre alt sein. Der Fährmann, unsere noch beim Absteigen schafsdumm staunenden Gesichter betrachtend, grinst, stellt seine Hebel um und entschwindet zum jenseitigen Ufer, wo schon eine Autokolonne hupend seiner harrt, besseren Geschäften entgegen.Nun aber beginnt man, die Gierfähren zu verkaufen. Wozu, so frage ich Sie, sollen sie anderswo dienen? Wo die Strömung fehlt, kann sich die beste Gierfähre nicht vom Flecke rühren. Wo aber die Fähre fehlt, kann niemand mehr übersetzen.“Und noch ein Kommissar – allerdings ein viel kleinerer und sicher nicht so schwergewichtig wie Gustav Merks. Aber auch schon ganz schön clever. Erstmals 1999 war im Arena Verlag Würzburg die Druckausgabe von „Der Kommissar in der Regentonne. Ein Fall für die Superspürnasen und andere Detektivgeschichten“ von Jan Flieger erschienen: Darauf muss man erst mal kommen. Aber die kleinen Detektive und Detektivinnen erweisen sich als Superspürnasen. Egal, ob es um gestohlene Papageien, um eine verschwundene Kuhherde, um einen scheinbar nicht zu fassenden Parfümdieb im Kaufhaus oder um einen seltsamen Weihnachtsmann geht. Am Ende geht es jedenfalls gut aus. Übrigens, Leo, die Nervensäge, ist ein Papagei, ein Gelbbrust-Ara. Und nicht jeder, der so aussieht, ist wirklich ein Weihnachtsmann.Und hier der Anfang der titelgebenden Detektivgeschichte, der uns auch gleich mit Tobias und seinen Freunden bekanntmacht, und mit Opa Lungwitz und natürlich mit Leo:„Der Kommissar in der RegentonneTobias, Gökhan, Sophie und Nadine kommen aus der Schule. Sie schlendern langsam durch die Kleingartenanlage, vorbei am Vogelhaus von Opa Lungwitz. Eigentlich ist ja Opa Lungwitz gar kein Opa, sondern ein Mann im Vorruhestand. Aber die Kinder nennen ihn Opa, weil er so nett und gemütlich ist. Und er winkt ihnen immer zu, wenn er in seinem Garten oder im Vogelhaus arbeitet. Opa Lungwitz hat es selbst gebaut, aus Glas und Maschendraht. Es ist ein wunderschönes Vogelhaus. Und voller bunter Vögel.„Ach du dickes Ei“, staunt Tobias, denn vor dem Gartentor von Opa Lungwitz steht ein Karton. Und eine krächzende Stimme ist daraus zu hören: „Mahlzeit!“ Gökhan wirft einen forschenden Blick auf den Karton. „Klingt wie Leo“, stellt er fest. „Leo?“, fragt Sophie ungläubig. Leo ist nämlich ein Papagei, ein Gelbbrust-Ara. Diebe haben ihn zusammen mit zwei anderen Papageien gestohlen. Vor vier Monaten.„Renate, mach die Glotze an“, krächzt es aus dem Karton. Vorsichtig hebt Tobias den Deckel. „Es ist tatsächlich Leo“, sagt er. „Pass auf, er hackt nach deiner Hand“, warnt Gökhan. „Wer weiß, was er erlebt hat“, meint Tobias gelassen. „Renate, noch ’n Bier“, verlangt der Papagei. Die Kinder sehen sich an und lachen.„Das alles hat er noch nie gesagt“, meint Nadine kopfschüttelnd. „Guckt mal, da liegt ein Zettel im Karton“, ruft Sophie plötzlich. Vorsichtig greift sie in die Pappkiste. Aber Leos Schnabel trifft sie hart. „Aua, Leo“, schimpft Sophie zornig. Doch sie hat den Zettel schon in der Hand. Verwundert beginnt sie zu lesen: „Wir geben ihn zurück. Er ist eine Nervensäge.“ Tobias legt die Stirn in Falten. „Die müssen auch die anderen Papageien haben.“ Gökhan nickt. „Schon möglich, aber wie willst du herauskriegen, wo die Papageienräuber wohnen?“„Ein Fall für unsere Spürnase“, sagt Nadine und blickt Tobias erwartungsvoll an. Tobias will nämlich zur Kriminalpolizei. Später. Jetzt ist er erst einmal Privatdetektiv. Und einige Fälle hat er schon gelöst. Er hat auch den Mann erwischt, der heimlich mit dem Luftgewehr nach Katzen geschossen hat.„Mmm“, macht Tobias. „Die kriegen wir.“ Die anderen blicken ihn zweifelnd an. „Und wie?“, rufen sie fast wie aus einem Mund. Tobias denkt noch immer nach. Detektive lösen viele Fälle nur dadurch, dass sie nachdenken. Er weiß das aus Filmen.„Ich hab’s“, meint er. „Du spinnst ja“, sagt Gökhan ungläubig. Aber Tobias macht ein überlegenes Gesicht. „Wir brauchen Leo nur zuzuhören. Dass er bei einer Renate war, wissen wir schon. Vielleicht verrät er auch ihren Familiennamen.“ „Total genial“, meint Gökhan bewundernd. „Aber erst mal müssen wir Leo zu Opa Lungwitz bringen.“ „Opa Lungwitz“, rufen sie durcheinander. Der kommt aus seiner Laube geschlurft. Nadine hebt triumphierend den Karton hoch.„Leo ist wieder da!“ Opa Lungwitz strahlt plötzlich über das ganze Gesicht. So schnell er kann, kommt er angelaufen. „Mein Leo, mein lieber Leo“, ruft er immer wieder aus und hebt den Vogel auf seine rechte Schulter. „Stinklangweiliges Programm“, schimpft Leo ihm ins Ohr. Tobias kombiniert: „Er muss bei Typen gewesen sein, die viel vor der Glotze saßen.In der Laube gibt Opa Lungwitz eine Runde Cola aus. Leo flattert durch den Raum, um sich dann auf der Lampe niederzulassen. „Helmholz, alter Esel“, krächzt er vergnügt von oben. Und er schaukelt mit der Lampe.Tobias steht plötzlich wie erstarrt. „Das ist der Name!“, platzt er los. „Helmholz, Renate Helmholz. Diese Renate und ihr Mann müssen die Papageien geklaut haben.“ „Ja, aber die Adresse?“, meint Sophie besorgt. „Wir haben nur den Namen.“ Tobias nimmt einen Schluck von der Cola, denkt wieder nach. Dabei knirscht er mit den Zähnen. Das tut er oft, wenn er nachdenkt.“Hoffentlich hilft dieses Zähneknirschen auch diesmal, um den Papageiendieben auf die Spur zu kommen. Aber auch die anderen vier Angebote dieses Newsletters lohnen die Lektüre. Besonders zu empfehlen ist die Weihnachtsgeschichte von Lutz Dettmann, in der sich die beiden Nachbarfamilien einen regelrechten Dekorationskrieg liefern, an dessen Ende sie … - aber wir wollen hier nicht zu viel verraten. Viel Vergnügen beim selber Lesen und eine schöne Vorweihnachtszeit!
Aufschlussreiche Einblicke in die Zeit der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den noch heidnischen Slawen und den christlichen Heeren des Sachsenherzogs Heinrichs des Löwen und den gleichfalls christlichen Dänen im 12. Jahrhundert erlaubt Autor Heinz Falkenberg in seinem soeben bei der EDITION digital sowohl als E-Book wie auch als gedruckte Ausgabe erschienenen Band „Zur Geschichte des letzten Obotritenfürsten Niklot, seiner Söhne und der alten Slawenburg Dobin“.Seine Darstellung reicht von der Entwicklung des Stammes der Obotriten in Mecklenburg seit dem 7. Jahrhundert über die frühen Jahre Niklots, seinen Aufstieg als Obotritenfürst und seinen lebenslangen Kampf gegen die Einführung des Christentums in seinem Herrschaftsbereich bis zu seinem gewaltsamen Tod im Sommer des Jahres 1160. „Man muss sich den Fürsten Niklot als umsichtigen, klugen Heerführer vorstellen, welcher im Interesse seines Volkes an den slawischen Gottheiten festhielt“, stellt Falkenberg fest. Ein eigenes Kapitel ist dem „verhängnisvollen Jahr 1147“ gewidmet, als Papst und Kaiser zu einem Kreuzzug gegen das Slawenland aufriefen, um alle Heiden zu taufen und ihr gesamtes Land der christlichen Herrschaft zu unterstellen. Um seinen Gegnern zuvorzukommen, ließ Niklot unter anderem den Handelsort Lübeck sowie dänisches Gebiet angreifen und die am nordöstlichen Ende des Schweriner Sees strategisch gut gelegene Feste Dobin als Zufluchtsort in der Not zu bauen. Im abschließenden Teil seines Buch schreibt Falkenberg über das Leben, Wirken und Sterben der drei Söhne Niklots, Pribislav, Wertislav und Prislav, und über das weitere Schicksal der Burg Dobin, auf deren Überresten zwischen 1807 und 1946 eine Holländerwindmühle ihren Dienst tat. Außerdem informiert der Autor über die nach den Kommunalwahlen 2004 von sieben Gemeinden am nördlichen Ostufer des Schweriner Außensees begründete neue Gemeinde „Dobin am See“ sowie über den geplanten Niklot-Pfad, der von Retgendorf über Flessenow und das Gelände der alten Burg Dobin, durch die Döpeniederung und durch Hohen Viecheln bis zur Schwedenschanze hinter Hohen Viecheln führen und vertiefend an das Leben des Fürsten Niklot und seiner drei Söhne erinnern soll. Der Band „Zur Geschichte des letzten Obotritenfürsten Niklot, seiner Söhne und der alten Slawenburg Dobin“ ist zugleich das Begleitbuch zum Niklotpfad und ist sowohl unter edition-digital.de als auch im stationären und Online-Buchhandel zu haben.Autor Dr. Heinz Falkenberg war als Diplomlandwirt in der Tierzuchtforschung tätig. Neben seinen Promotions- und Habilitationsarbeiten hat er dabei eine Vielzahl von Artikeln für Fachzeitschriften verfasst. Seit 1990 wohnt er in Hohen Viecheln, einem kleinen Ort am Nordende des Schweriner Sees, und hat als Ortschronist eine Reihe von Beiträgen zu regionalhistorischen Themen publiziert. So sind von ihm neben Zeitungsbeiträgen unter anderem die folgenden Schriften erschienen: „Hohen Viecheln – 825 Jahre jung“, 2003 ; „Eine geschichtliche und kulturhistorische Exkursion am Nordende des Schweriner Sees“, 2008; „700 Jahre gotische Hallenkirche Hohen Viecheln“, 2010 ; „300 Jahre Geschichte der Fischerfamilie Prignitz“, 2015 sowie Beiträge zu dem Buch „Sagenhafte Orte um den Schweriner See“ von Erika und Dr. Jürgen Borchardt.Titelbilder können Sie unter http://www.edition-digital.de/Presse herunterladen.Heinz Falkenberg: Zur Geschichte des letzten Obotritenfürsten Niklot, seiner Söhne und der alten Slawenburg DobinEDITION digital, PinnowISBN: 978-3-95655-856-680 Seiten, Preis 10,00 € http://edition-digital.de/Falkenberg/Niklot/
Die französische Kleidermarke setzt auf Lectra für eine beschleunigte Produktentwicklung und sicheren DatenaustauschIsmaning/Paris, 05. Dezember 2017 – Lectra, weltweit führend in integrierten Lösungen, die speziell ausgerichtet sind auf die Stoff-, Leder-, Textil- und Verbundwerkstoffindustrie, überzeugt den französischen Modehersteller Armor-Lux von seiner neue Product Lifecycle Management-Plattform Lectra Fashion PLM 4.0. Die Ready-to-wear-Kleidermarke setzt damit auf den schnellen und verlässlichen Datenaustausch zwischen Produktentwicklungsteams und Zulieferern.1938 gegründet zählt Armor-Lux bereits seit über 25 Jahren zu Lectras Kunden. Das Unternehmen ist bekannt für seine Herren-, Damen- und Kinderbekleidung inspiriert von der Seefahrtstradition und der Region Bretagne. Mit 550 Mitarbeiter ist der Mehrmarken-Konzern in Frankreich führend in Unternehmensbekleidung und beliefert Kunden wie die französische Post und Bahn, den Betreiber des -PNV Paris, Carrefour, Eiffage sowie das französische Heer.Armor-Lux ist vertikal integriert – von der Strickerei bis zum Vertrieb – und betreibt drei Produktionsstätten sowie ein Netzwerk aus 60 eigenen oder angeschlossenen Läden. Die Abteilung für Produktdesign entwirft jedes Jahr 1500 neue Modelle.Die Priorität von Armor-Lux liegt auf einer gesteigerten Effizienz mit gleichzeitiger Datenintegrität. Dank Lectra Fashion PLM 4.0 und der integrierten CAD-Lösungen arbeiten die Teams von Armor-Lux leichter miteinander, tauschen Daten in Echtzeit aus und stellen ihren Zulieferern zuverlässig technisch präzise Daten bereit.„Wir haben uns für Lectra entschieden, da wir im Laufe der Jahre ein enges und vertrauensvolles Verhältnis zu dem Unternehmen aufgebaut haben“, sagt Michel Gueguen, Geschäftsführer von Armor Lux. „Seit langem verwenden wir Lectras Software in unserer Design Abteilung und die automatischen Zuschnittlösungen in unseren Werkstätten. Mit der Lectra Fashion PLM 4.0 treiben wir die Digitalisierung unserer Prozesse weiter voran. Lectras DNA ist ein Paradebeispiel für Made in France und steht wie wir für die Werte Qualität, Innovation und Ethik.“„Wir sind stolz darauf, diese Ikone der französischen Mode in einer neuen Phase ihrer digitalen Entwicklung zu begleiten. Mit Lectra Fashion PLM 4.0 profitiert Armor-Lux von den Vorteilen einer modularen Plattform, die sich perfekt an die sich weiterentwickelnden Bedürfnisse ihrer Nutzer anpasst“, erklärt Karen Elalouf, Geschäftsführerin von Lectra Frankreich.
– Meilenstein erreicht – Rohbau der Wohnanlage mitten im Grünen mit Blick auf die Frankfurter Skyline steht+++Die AMADEUS Group, vertreten durch die beiden Geschäftsführer Dirg Parhöfer und Volker Deifel, freut sich über einen weiteren Baufortschritt der neuen Wohnanlage AMADEUS Twentyfive. Der Rohbau der inmitten des idyllischen Frankfurter Stadtteils Oberrad gelegenen Wohnanlage ist vollendet. Zusammen mit dem international bekannten Extrem-Sportler und Musiker Joey Kelly, dem Oberräder Ortsvorsteher Christian Becker und zahlreichen Wohnungseigentümern feierten sie am ersten Advents-Sonntag Richtfest. „Just in time“, so beschrieben die beiden geschäftsführenden Gesellschafter Dirg Parhöfer und Volker Deifel den planmäßigen Baufortschritt und dankten allen am Bau Beteiligten für die zügige und planmäßige Realisierung. Die elegante Anlage, die nach der Planung des Frankfurter Architekturbüro Schmitz Architekten entsteht, bietet mit insgesamt 42 Eigentumswohnungen intelligent geschnittene Grundrisse und großzügige Balkons in unterschiedlichen Größen. Ein besonderes Plus ist zudem der Blick auf die Frankfurter Skyline.Der eigens zur Feier angereiste Joey Kelly, langjähriger Werbepartner der AMADEUS Group, war von der citynahen Lage der Wohnanlage begeistert. „Unmittelbar an Frankfurts bekanntesten Feldern, der Heimat der Grünen Soße, mit dem Blick auf die City zu joggen, das würde mir auch gefallen.“ Spätestens anlässlich der Fertigstellung von AMADEUS Twentyfive will er wieder nach Frankfurt zurückkehren. Darauf darf man sich auch freuen: „Ich werde im kommenden Jahr am Frankfurt Marathon teilnehmen“. Das gefiel den zahlreich erschienenen Eigentümern von AMADEUS Twentyfive, schließlich ist Joey Kelly ja der Pate ihres neuen Domizils.„Nur noch wenige Wohneinheiten stehen bei AMADEUS Twentyfive zur Verfügung“, berichtet Vertriebsleiter Carsten Lau. Zu den Käufern und Interessenten zählen auch Kapitalanleger, für die die AMADEUS Group maßgeschneiderte Facility Services anbietet. „Vielen Kapitalanleger ist die bequeme Betreuung der Immobilie wichtig.“ Der Baustart von AMADEUS Twentyfive erfolgte Anfang 2017, die geplante Bauzeit beträgt ca. 14 Monate.Darüber hinaus realisiert die AMADEUS Group zwei weitere Wohnprojekte im Rhein-Main-Gebiet. Sie befinden sich am Rebstockbad im Frankfurter Stadtteil Rebstockpark und in Steinbach im Taunus.Weitere Informationen:https://www.amadeus-group.de/projekte/amadeus-twentyfive
Heute ist der 1. Dezember: Nun ist Weihnachten wirklich nicht mehr weit. Und so haben die ersten beiden der fünf Deals der Woche, die im E-Book-Shop www.edition-digital.de eine Woche lang zu jeweils stark reduzierten Preisen zu haben sind, mit dem vielleicht wichtigsten und am sehnsüchtigsten erwarteten Fest des Jahres zu tun – aber auf sehr unterschiedliche Weise. Während Karl Sewart uns in sein erzgebirgisches Weihnachtsland einlädt, stellt uns Klaus Möckel gewissermaßen das Gegenteil eines Weihnachtsmannes vor – Kneli, das Weihnachtsmonster, das schreckliche Weihnachtsmonster. Noch nie was von Weihnachtsmonstern gehört? Dann wird es aber Zeit. Schließlich ist es bis Weihnachten nun wirklich nicht mehr weit.Und vielleicht suchen Sie ja auch noch ein paar Geschenke für liebe Menschen, die lesen? Die drei anderen Deals der Woche lassen sich ebenso gut verschenken wie selber lesen. So erinnert sich die Kunstwissenschaftlerin und Schriftstellerin Ingrid Möller an sehr unterschiedliche Reisen zu DDR-Zeiten, die sie auch ins ferne Ausland führten. Renate Krüger macht uns mit dem nicht ganz einfachen Leben von Mozarts Witwe Constanze und seiner beiden Söhnen Karl und Wolfgang bekannt, die scheinbar nichts weiter geerbt haben, als einen Haufen mit Noten beschriebener, wertloser Papiere. Und wer sich schon kurz vor Weihnachten wieder auf den nächsten Frühling freut, für den kommt „Vogelgezwitscher aus dem Garten am Wald“ von Irma Köhler-Eickhoff gerade recht. Haben Sie eigentlich schon mal einem Rotkehlchen zugehört? Erstmals 1992 erschien im Chemnitzer Verlag „Christbaum und Pyramide. Ein erzgebirgisches Weihnachtsbuch“ von Karl Sewart: Nirgendwo sonst in deutschen Landen wird das Weihnachtsfest mit so vielen historisch gewachsenen Bräuchen und volkskünstlerischen Zeugnissen begangen wie im Erzgebirge. Schwibbogen und Pyramide, Nussknacker und Räuchermann, Bergmann und Lichterengel - erzgebirgische Weihnachtsfiguren - sie sind heute weltweit bekannt und beliebt. Karl Sewart erzählt in seinem Weihnachtsbuch aus ganz persönlichem Erleben, wie er erzgebirgische Weihnacht und ihr Brauchtum erfahren hat. In aufschlussreichen volkskundlichen Erörterungen geht er den Spuren dieser Bräuche nach. Ein Buch für alle, die sich für das „deutsche Weihnachtsland“ interessieren. Und sein Buch beginnt auch gleich sehr persönlich:„Wie ich das Schnitzen gelernt habe„Gahr fer Gahr gieht’s zen Advent of’n Buden nauf, werd ä Mannel aufgeweckt: >Komm, nu stiehst de auf!< ...“Jahr für Jahr ging es auch bei uns daheim am Vorabend des ersten Adventsonntags auf den Oberboden hinauf, so wie es in dem viel gesungenen Lied vom „Raachermannel“ des Olbernhauer Kantors Erich Lang heißt. Doch wir holten nicht nur ein „Mannel“ herunter. Eine ganze Schar weckten wir aus dem Sommerschlaf auf. Es war eine feierliche Handlung, wenn der Vater die Weihnachtskiste in unserer Bodenkammer öffnete.Ja, und da standen sie also - noch oder wieder -, unsere Advents- und Weihnachtsgäste, ein jeder auf seinem angestammten „Fleckel“ auf Schrank, Kommode oder Fensterbrettel: der Waldarbeiter mit geschulterter Axt und Säge, der Schwammegeher mit angehängtem Beerkännel und Schwammekorb, der Vogelhändler mit seinen aufgehuckelten Käfigen und Bauern, Briefträger, Feuerwehrmann und Eisenbahner in ihren Uniformen, der Nachtwächter mit Laterne und Hellebarde, der Bäcker mit weißer Jacke und Mütze und der Fleischer im zünftigen weiß gestreiften Hemd, der Schäfer mit seinem breitkrempigen Wetterhut und seinem Hirtenstab, der „Feuerrüpel“ mit Kehrbesen und Kehrzeug, der Seiffener Spielzeughausierer mit seiner Kiepe voller Reifentiere, der Stülpner-Karl mit Flinte und Hund, der Kurrendesänger im Umhang, mit Käppi und Notenblatt, der Rastelbinder, um und um behängt mit „Rattifalli, Mausifalli“, der vornehme Türke mit Turban und Halbmondschuhen ... Ein jeder bekam nun vom Vater sein „Pfeifel“ angezündet, und die Mutter sang dazu:„Wenn es Raachermannel nabelt,un es sogt kaa Wort drzuun dr Raach steigt an dr Deck nauf,sei mr allzamm su fruh.un schie ruhig is in Stübel,steigt dr Himmelsfrieden ro,doch in Herzen lacht’s un jubelt’s:Ja, de Weihnachtszeit is do!“Konnte unsere Weihnachtsvorfreude treffender ausgedrückt werden als durch diese Liedverse? Ja, was wären Advent und Weihnachten ohne das stille Rauchen und Schmauchen der Räuchermänneln für uns gewesen, ohne den zugleich vertrautanheimelnden und feierlichen Duft der Räucherkerzchen, der zur Decke aufstieg und sich in der ganzen Stube verteilte, ohne das traute und gemütliche Beieinandersitzen am Adventsabend? Und erinnerte der Weihrauchduft nicht schon an das Weihnachtsfest selbst, an den Heiligen Abend und an die Christgeburt? Hatten die drei Weisen aus dem Morgenlande dem neugeborenen Jesuskind nicht den Weihrauch als kostbares Geschenk mitgebracht?Es war wirklich ganz feierlich in unserem Stübel, und der Himmelsfrieden stieg zu uns herab. Selbst zwischen uns Jungen ruhte jeder Zank und Streit, wir saßen still und schauten zu, wie die „Männeln“ „nebelten“. Und im Schein der Kerzen schien es, als ob sie die Rauchschwaden von selber zur Decke hinauf bliesen und zu eigenem Leben erwachten. Jedes hatte seine besondere Gestalt, sein eigenes Gesicht, und jedes hatte seine eigene Geschichte für uns ...Die Räuchermännchen waren nicht auf einmal in unsere Lehrerwohnung in der Großolbersdorfer Schule gekommen. Unser Vater hatte sie nach und nach angeschafft, als er, als junger Lehrer vom Annaberger Lehrerseminar ins Dorf gekommen, an schulfreien Tagen und in den Ferien noch seine ausgiebigen Wanderungen in die Umgegend gemacht hatte. Von jedem einzelnen Exemplar wusste er eine Geschichte zu erzählen, wie er es, in Annaberg oder Marienberg „oben“ oder in Wolkenstein „drüben“ oder in Lengefeld „hinten“, im Schaufenster eines Spielwaren- oder Kunstgewerbeladens hatte stehen sehen, wie er gar nicht anders gekonnt habe, als einzutreten und das Männel zu kaufen. Auf dem Heimweg hatte er es dann immer gar nicht erwarten können, das Männel aus der Schachtel herauszunehmen, und er ist öfters einmal stehengeblieben und hat sich an dem noch nach frischer Lackfarbe riechendem Männel gefreut, und er hat ihm die Gegend gezeigt und erklärt, und das Männel hat ihm erzählt, wo es herkam, wie es oben im Kammwald in einem Baumstamm versteckt gewesen sei, wie Waldarbeiter den Baum umgemacht hätten, wie der Stamm in die Sägemühle transportiert und dort zerschnitten worden sei und wie die Stücke zu einem Holzdreher nach Seiffen gekommen seien, der es, ohne ihm im geringsten dabei wehzutun, auf seiner Drehbank aus einem der rohen Klötze herausgedrechselt habe ... Daheim angelangt, wies der Vater dem neuen Männel seinen Platz auf Fensterbrett oder Schrank an und machte es auf dem Oberboden mit seinen schon anwesenden Brüdern bekannt, um es zum Advent herunterholen und ihm sein erstes Pfeifel anzünden zu können. Und noch andere Geschichten wusste der Vater über die Räuchermännchen zu erzählen, Geschichten, die ihren Beruf oder ihr Herkommen anbetrafen. So erfuhren wir Jungen, wie die Menschen in unserer Heimat früher gearbeitet und gelebt hatten und wie auch Leute von weither in unser abgelegenes Gebirge gekommen waren, wie z. B. die Rastelbinder, die aus Draht Küchen- und Hausgeräte herstellten und aus der Slowakei hergewandert kamen, um ihre Waren von Haus zu Haus anzubieten und auch Ausbesserungsarbeiten vorzunehmen.“Eine ganz andere Begegnung mit dem Thema Weihnachten bescherte, wie schon gesagt, Klaus Möckel seinen Lesern mit dem 2013 bei der EDITION digital original sowohl als gedruckte Ausgabe wie als E-Book erschienenen Buch „Kneli, das schreckliche Weihnachtsmonster“: Alle kennen den Weihnachtsmann, der zum Fest Geschenke verteilt und den Kindern damit viel Freude bereitet. Doch wer ist für die weniger schönen, ja schlimmen Dinge zuständig, die während der Weihnachtszeit auch passieren? Wer lässt den Adventskranz anbrennen, bringt Lichterketten zur Explosion, legt falsche Geschenke unter den Baum, so dass es manchmal sogar zum Streit kommt? Schuld an diesen Übeltaten sind die hierzulande kaum bekannten Weihnachtsmonster, zu denen auch Kneli gehört, ein knallrotes Wesen mit sechs Fingern an jeder Hand und dem Aussehen eines Kartoffelsacks. Als Knelis Vater noch vor dem Fest krank wird, kommt die große Stunde des Monsterjungen. Er darf Papas Aufträge übernehmen und an seiner Stelle Schornsteine verstopfen, Geschenke vertauschen, kurz, alle möglichen Pannen während der Weihnachtszeit vorbereiten. Für Kneli, der durch Wände gleiten und unsichtbar werden kann, geht zunächst auch alles gut. Er erfüllt seine Aufgaben gewissenhaft. Als ihn aber in einer der fremden Wohnungen unversehens eine Katze kratzt, verliert er, ohne es zu merken, seine magischen Fähigkeiten. So kann ihn das Mädchen Naika entdecken, wodurch er in höchste Bedrängnis kommt. Aber Naika, deren Eltern sich getrennt haben, hat noch größere Probleme. Überraschend bittet sie ihn um Hilfe. Allmählich entsteht Freundschaft zwischen Naika und Kneli. Als dann noch zwei Ganoven auftauchen und das Mädchen entführen, steht der Junge vor einer schwierigen Entscheidung. Soll er sich, den Monstergesetzen folgend, aus den Angelegenheiten der Menschen heraushalten, oder soll er Naika helfen, was für ihn und seine magischen Fähigkeiten sehr gefährlich werden kann? Eine humorvoll-spannende Geschichte, nicht nur für Weihnachten! Und so geht es los mit der Geschichte von Kneli, dem schrecklichen Weihnachtsmonster. Also, eigentlich sind da allerdings erst mal Eusebo, der Monstermann, und seine Monsterfrau Ernstina. Ernstina, das ist übrigens die mit der sanften Stimme:„1. KapitelEusebo, das dicke, knallrote Monster mit den blauen Augen, lag mit einem feuchten Handtuch auf der Stirn im Bett. „Mir ist zugleich heiß und kalt“, jammerte es, „der Hals tut mir weh, und im Kopf dröhnt es, als würde ein ganzes Orchester Musik machen. Mit Pauken und Trompeten! Das kalte Tuch nützt überhaupt nichts. Mir ist so schlecht, ich glaube, ich muss sterben.“ Eusebo war ein Monstermann mittleren Alters. Seine Frau Ernstina nahm ihm das Handtuch ab und ersetzte es durch einen Eisbeutel.„Unsinn", erwiderte sie mit einer Stimme, deren Sanftheit man ihrer unförmigen Gestalt nicht zugetraut hätte. „Du hast dir zwar eine Erkältung zugezogen, die wir nicht auf die leichte Schulter nehmen dürfen, aber mit meiner und Doktor Ungetüms Hilfe wirst du es überstehen. Trink nur schön deine heiße Schokolade, dann wird es dir bald besser gehen.“Eusebo schüttelte sich. „Brrr! Immer wenn mir etwas fehlt, verordnet mir der Quacksalber dieses süße Gebräu. Als ob er nicht genau wüsste, dass unsereinem so etwas absolut zuwider ist. Kannst du mir nicht eine Flasche Lebertran bringen oder wenigstens eine Tasse Essig? Ich hab solchen Appetit auf einen Schluck Scheußliches.“„Der Doktor ist alles andere als ein Quacksalber, und Essig oder Lebertran machen die Sache nur schlimmer“, erklärte die Frau. „Du willst doch nicht ewig hier liegen. Wenigstens zur Jahresendversammlung solltest du wieder auf den Beinen sein. Das schickt sich für jedes Weihnachtsmonster, und wir haben bisher stets teilgenommen.“Das schien Eusebo einzusehen. Gehorsam trank er einen Schluck Schokolade, auch wenn er dabei angewidert das Gesicht verzog. Dann erst fiel ihm an den Worten seiner Frau etwas auf. Erschrocken hob er den Kopf. „Zur Jahresendversammlung erst? Das geht nicht, ist ganz unmöglich. Spätestens in drei Tagen muss ich wieder fit sein!“„Das schaffen wir nie. Dr. Ungetüm meint ...“„Ganz egal, was er meint“, unterbrach sie der Mann, „du weißt, dass in drei Wochen Weihnachten ist. Gerade in diesem Jahr habe ich besonders schöne Aufträge bekommen. Wie soll ich mich der Versammlung präsentieren, wenn ich sie nicht erfülle. Ich mache mich zum Gespött sämtlicher Ungeheuer der näheren und weiteren Umgebung!“„Erstens“, sagte seine Frau, „macht sich niemand, der uns kennt, über einen Kranken lustig, und zweitens wird wohl in diesem Fall irgendein Kollege deinen Dienst übernehmen können. Übrigens ist das Unheil allein durch deine Schuld entstanden. Hättest du nicht - betrunken, wie du warst und nur um deiner neuen Sekretärin zu imponieren - nach dem Betriebsfest kürzlich im eiskalten Moorloch gebadet, wäre das alles nicht passiert.“„Aber das ist es ja gerade“, stöhnte Eusebo. „Wenn das die Kollegen erfahren, bin ich bis in meine schwarze Seele hinein blamiert.“„Dann streite es ab, serviere ihnen eine deiner Lügen. Darin bist du doch Meister.“„Sie werden es durchschauen“, stöhnte das knallrote Monster. „Meine Schwindeleien wirken nur bei den Menschen. Könntest nicht vielleicht du an meiner Stelle ...?“„Ich denke nicht daran“, erwiderte Ernstina entschieden. „Die Suppe löffle gefälligst selber aus. Ich hab genug mit Mutter zu tun; sie wird in letzter Zeit recht wunderlich. Brät das Schlangenfleisch mit kostbarem Zauberfett, erkennt ihre Nachbarn nicht mehr und beschimpft den Hausmeister als Menschenfreund. Man kann sie kaum noch allein lassen.“„Aber die Aufträge“, jammerte Eusebo wieder.Das war nun wirklich ein Problem, denn diese Arbeit musste getan werden! So viel man nämlich auch über die guten Taten des Weihnachtsmannes und des Christkindes weiß - dass es die Weihnachtsmonster gibt und sie gleichfalls eine Menge zu erledigen haben, ist weitgehend unbekannt. Möglicherweise hängt das mit ihrem für uns wenig angenehmen Wirken zusammen, wir reden lieber von dummen Zufällen, nehmen die Wahrheit einfach nicht zur Kenntnis. Dessen ungeachtet gehören die Streiche der Monster zum Fest wie Braten und Kerzenschein.Oder stimmt es etwa nicht, dass um diese Zeit herum jedes Jahr Adventskränze brennen, Christbäume umstürzen, das falsche Geschenk auf dem Gabentisch liegt, Streit wegen Kleinigkeiten in so mancher Familie entsteht? Für all diese Misslichkeiten aber sind genau jene Ungeheuer zuständig, die sich Weihnachtsmonster nennen. Sie unterscheiden sich kaum von ihresgleichen, zeichnen sich lediglich durch ihre rote Farbe, eine Zapfennase und ein Flackern in den Augen aus, das an rußende Kerzen erinnert. Im übrigen sind sie einfach unförmig und hässlich. Das allerdings empfinden nur wir so, sie selbst halten sich durchaus für wohlgeformt und schön.Eusebo beklagte also seine Lage, fand aber keine Lösung und sank entkräftet aufs Lager zurück. „Das wird eine Katastrophe, ein glatter Reinfall, mein schlimmstes Weihnachten seit Monstergedenken", murmelte er.Seine Frau verließ achselzuckend das Zimmer, sie wollte und konnte ihm nicht helfen. Doch wie es manchmal so geht, nahte unverdientermaßen Beistand von anderer Seite. Kaum hatte sich Ernstina entfernt, flog jäh die Schranktür auf, und eine muntere Stimme rief: „Nimm die Sache nicht gleich so tragisch, Papa, ich bin auch noch da. Wenn du willst, helfe ich dir aus der Patsche.“Mit einem Ächzen richtete sich Eusebo ein zweites Mal auf. „Wie oft habe ich dir schon verboten, durch den Schrank in die Wohnung zu kommen, Kneli! Das kannst du bei den Menschen machen, aber nicht bei uns. Anscheinend hast du deine Mutter und mich belauscht. Wie lange steckst du schon da drin?“„Gar nicht lange. Es war nur, weil ich euch nicht stören wollte. Außerdem krieg ich die Haustür immer nicht auf. Sie geht so schwer.“Erstmals 2004 hatte Ingrid Möller, Jahrgang 1934, im Schweriner Thomas Helms Verlag ihr autobiografisch angelegtes Buch „Reisefieber – Fieberreisen“ veröffentlicht: In diesem Rückblick skizziert die Autorin ihr Leben unter dem Aspekt des Reisens unter DDR-Bedingungen. Was zunächst beneidenswert scheint wie Aufenthalte in Mexiko und Japan erweist sich als nicht frei von Tücken. Komisches steht neben Absurdem, Begeisterndes neben Schockierendem, etliches bewegt sich an der Grenze dessen, was damals legal war, und manches scharf am Rande des Abgrunds. Hier ein Ausschnitt aus der Zeit der beruflichen Anfänge von Frau Möller:„Weiterreichende Wünsche und Träume - das StudiumAls die Bewerbungsunterlagen fürs Studium abgegeben werden mussten, stand für mich fest: Kunstgeschichte sollte es sein. Und zwar in Berlin bei Prof. Richard Hamann. Meine Familie fiel aus allen Wolken. Verständlicherweise. Erstens war es extrem unvernünftig, einen so brotlosen Beruf haben zu wollen nach den Jahren des Darbens, wo sich alles um Essen und Trinken drehte. Zweitens auch noch in Preußen, wo doch Rostock näher lag und auch eine Universität hatte. Wenn es wenigstens Hamburg gewesen wäre, aber das ging ja nun nicht mehr! Wie kam ich nur auf solche Flausen?! Das hatte man wirklich am allerwenigsten damit bezweckt, als man meine kulturellen Interessen förderte. Durch Klavierunterricht, Lob über mein Zeichentalent, Kauf von kunstgeschichtlichen Büchern. Warum nur wollte ich ihnen das antun!Trotz langer Diskussionen blieb ich dabei. Ich hatte Hamanns „Geschichte der Kunst“ gelesen und war fasziniert über seine Fähigkeit, große zeitliche und geografische Zusammenhänge herzustellen, die Kunst als Ganzes zu sehen. Ihm schien alles gleich vertraut zu sein, egal ob Felsmalereien der Urgeschichte, Monumentalstatuen des ägyptischen oder vorderasiatischen Altertums, griechische Tempel und Idealplastiken oder römische Triumphbögenreliefs und Herrscherbildnisse, mittelalterliche spirituelle Bilder oder lebensnahe Renaissancegemälde ... Alle Facetten der Kunst wusste er treffend in ihren Besonderheiten zu erfassen, als sei es ganz selbstverständlich, als müsse jeder Betrachter es sehen und die gleichen Schlüsse ziehen. Gewiss kannte er das alles aus eigener Anschauung. Also musste er viel gereist sein, sehr viel. Und das konnte er jederzeit auch jetzt noch, denn sein fester Wohnsitz war in Marburg. Er las jeweils ein Semester dort und das zweite eben an der Berliner Humboldt-Universität. Somit ignorierte er die Teilung Deutschlands und war prominent genug, das zu dürfen.Als die Zusage kam, dass ich zum Studium angenommen war, jubelte ich. Auf nach Berlin! Doch - dort angekommen - deprimierte mich die kaputte Stadt. Überall graue Steinhaufen. Trümmer über Trümmer. Auch wir Studenten mussten unsere Aufbaueinsätze ableisten. Da wurden die Ziegelsteine, von denen wir den Zement abklopfen mussten, von Stein zu Stein immer schwerer. Abends schmerzten die Handgelenke. Den Marx-Engels-Platz empfand ich keineswegs als gestalteten Platz, sondern als Vakuum, und mich selbst darauf klein wie eine Ameise. Wie spannend auch die reichlich angebotenen Vorlesungen waren, wie gierig ich auch all das Neue aufsog, an den Wochenenden zog es mich nach Haus. Trotz langer Bahnfahrt. Hauptsache, wieder Farbe sehen, grüne Wiesen und Wälder und heile Häuser. Doch eigentlich war das Hin-und Herfahren zu anstrengend. Auch stellte sich heraus, dass um Berlin auch Grün war. Am Wannsee, am Müggelsee, an der Dahme. Und bunt waren schließlich auch die vielen Ausstellungen, ungewohnt die modernen in den Westsektoren.Es wehten Eindrücke herüber aus anderen Erdteilen. Aus Amerika. Aus Indien. Von der Südsee. Und natürlich aus den Ländern, die als Wiege unserer Kultur gelten: Griechenland, Italien, Frankreich. Nicht nur Kunstausstellungen wurden besucht. In Dahlem gab es schließlich daneben das Völkerkundemuseum. Und den Botanischen Garten mit den tropischen Gewächshäusern, die den Duft der entfernten Welten ganz unmittelbar verströmten.Zum Studium gehörten ganz selbstverständlich auch Exkursionen. Doch die blieben innerhalb der Grenzen der DDR. Der Klassenausflug nach Thüringen war dagegen ein harmloser Vorgeschmack gewesen. Jetzt grenzte es an Drill. Jeder hatte ein Referat vorzubereiten und vor dem Objekt zu halten. Egal, welche Kältegrade im alten Gemäuer waren. Ich erinnere mich an eine winterliche Fahrt zum Thema „Norddeutsche Backsteingotik“, die sehr dazu beitrug, mir diese eigentlich wunderschöne Architektur auf Jahre hinaus zu vermiesen. Der Seminarleiter im Feldherrnschritt vorneweg und absolut ohne Verständnis für den Wunsch nach Verschnaufpausen. Wir froren erbärmlich. “Erstmals 1979 brachte der VEB Deutscher Verlag für Musik Leipzig den ausgezeichnet recherchierten, spannend geschriebenen und für die Neuherausgabe nur geringfügig überarbeiteten Roman „Wolfgang Amadés Erben“ von Renate Krüger heraus: Wenn auch Mozart mit Einsetzen der Handlung nicht mehr am Leben ist, so ist er doch durch seine Leistungen als Wunderkind, Virtuose und Komponist in den Erinnerungen seiner Familie und seiner Freunde als geistiges Zentrum dauerhaft präsent. Die Erben: das ist seine Frau Konstanze, der er zwei Söhne und ein zunächst wertloses Papiererbe hinterlässt und die nun versuchen muss, ihrem Leben einen neuen Inhalt zu geben. Die beiden Söhne Karl und Wolfgang sind durch Namen und künstlerische Hinterlassenschaft des Vaters vorbelastet und müssen sich damit auseinandersetzen. Karl verzichtet auf den Künstlerberuf und somit auf Erfolg und Ehre und findet seinen Frieden in der unbeachteten Anonymität eines kleinen Beamten, Wolfgang aber zerbricht an der Belastung.Wenige Jahre nach Mozarts Tod melden weitere Erben ihre Ansprüche an: Verleger, Sammler, Kunstfreunde, Biografen, wenig später auch das geschäftstüchtige Bürgertum des biedermeierlichen Salzburg und Wien, das sich des großen Sohnes erinnert und mit seinem Namen und Andenken eine nachhaltige Konjunktur anzukurbeln versteht. Den Freunden Mozarts und seiner Kunst bleibt es vorbehalten, seine Biografie und sein verstreutes Werk zusammenzutragen, zu sammeln, zu ordnen und vor der Mitwelt auszubreiten. Einer dieser ernsthaften Erbepfleger ist Ludwig von Köchel, pensionierter erzherzoglicher Erzieher, auf der Suche nach einer Lebensaufgabe. Dieser liberale Humanist erarbeitet mit der Hilfe von gleichgesinnten Freunden und seines einstigen Pfleglings und jetzigen Sekretärs, des rebellischen Alois Hegereiter, in über zehnjähriger fleißiger Forschertätigkeit ein Verzeichnis der Werke Mozarts. Im zweiten Kapitel treffen wir Konstanze beim Aufräumen und Überlegen, wie es weitergehen soll:„Einige Monate nach jenem grauen Dezembertag, an dem Wolfgang Amadé zu Grabe getragen wurde, ist Constanze Mozart fähig, die Hemden und Anzüge aufzuräumen, die Halstücher und Strümpfe, die Westen und Haarbeutel. Diese Sachen sind nicht viel wert, nur auf 55 Gulden geschätzt; Constanze würde freilich gar kein Geld mehr herausschlagen können. Vielleicht fände sie jemanden, etwa eine mütterliche Nachbarin, die aus Wolfgangs Anzügen Höschen und Jäckchen für den Karl schneidern könnte, wenigstens für den Karl. Der Kleine, Franz Xaver Wolfgang, Wowi genannt, ist noch kein Jahr alt und vorläufig mit Kleidchen versorgt; er kann ja in die Kleider des Bruders hineinwachsen.Wann wird sie wieder Geld haben, um neue Sachen kaufen zu können? Täglich wird alles teurer. Eine Witwe mit zwei kleinen Kindern und ohne Vermögen kann da nicht mithalten. Alle anderen Kinder werden wärmer und hübscher gekleidet gehen als ihre beiden Buben. Bei fremden Leuten werden sie sich durchschlagen müssen, frühzeitig lernen, ihre Füße unter fremde Tische zu strecken. Das ist nun einmal so bei Musikantenwaisen. In der großen Welt sind die geistigen Kinder der Künstler beliebter und angenehmer, die kraftvollen Erfindungen, die Schönheit der Melodien, dargeboten mit höchster Geschmeidigkeit und Beweglichkeit der Finger. Wer fragt nach den leiblichen Kindern und ihrem Wohlergehen? Und vor allem wer fragt nach ihr, der Witwe?Die Kinder werden ihren Weg schon finden. Kinder haben es leichter. Sie sind klein und niedlich. Schnell erobern sie alle Herzen. Den achtjährigen Karl wollen die Prager Freunde aufnehmen. Sie werden ihn mit allem versorgen, was er zum Leben braucht, mit Essen, Trinken, Kleidung, Lehrern und vor allem mit Musik. Und vielleicht wird man später auch den Kleinen liebevoll in der goldenen klingenden Stadt an der Moldau aufnehmen. Sie müsste nur vorsichtig genug anfragen. Der Name Mozart gilt ja in Prag mehr als in Wien.Doch was wird aus ihr selbst? Eine alternde Witwe … Das hat ihr die Mutter gesagt, die alt und bitter gewordene Cäcilia Weber. Constanze kann sich nicht zu gemeinsamer Einsamkeit mit der Mutter entschließen. Sie fürchtet sich davor, noch einmal von der Mutter verheiratet zu werden. Eigentlich war die Ehe mit Wolfgang der Plan der Mutter gewesen. Dass diese Ehe dann einen anderen, glücklichen Weg ging, war nicht das Verdienst der Mutter. Und darüber war Cäcilia Weber böse.Was nützte der Tochter jetzt die Kunst und die Liebeserinnerung? Hätte sie eine Metzgerei oder auch nur einen Milchladen, so wäre die Sache halb so schlimm. Erstens wirft ein solcher Laden genug ab, dass man davon leben könnte. Zweitens wären gewiss ältere Witwer oder Junggesellen der Überzeugung, man dürfe eine Frau mit einem solchen Gewerbe nicht allein lassen, es sei viel zu schwer für sie. Man müsse sie von dieser Last befreien, indem man sie von der Stelle weg heirate. Und sie, Constanze, brauchte ja nicht jeden zu nehmen. „Ich bin nicht solch ein undankbares, ungetreues Weib!“, hat sie der Mutter entgegengehalten. „Ich denke nicht schon jetzt ans Heiraten, kaum, dass der Wolferl unter der Erde ist …“Doch wie soll es weitergehen? Sie kann sich nicht auch noch nach Prag einladen lassen. Sie erinnert sich mit gemischten Gefühlen an die Stadt an der Moldau, in der Wolfgang sich so wohl fühlte. An die Villa Bertramka, in der sie bei den Duscheks wohnten. An die gemalte Balkendecke, unter der Wolfgang so gut arbeiten konnte und unter der sie, Constanze, neben der Frau des Hauses ein Nichts war, obgleich die berühmte Sängerin Josepha Duschek sich so freundlich zeigte. Lieber denkt sie an Professor Niemetschek vom Kleinseitner Gymnasium. Ein freundlicher, ein hilfsbereiter Mann. Doch was nützt das alles?Aus ist es mit der Kunst. Denn eine Musik, die nur auf dem Papier steht, ist eben keine Musik mehr, wenn sie niemanden findet, der ihr zum Klingen verhilft. Alle diese Notenblätter, diese flüchtigen Skizzen, ausgeführten Stimmen und sorgfältig zusammengeschriebenen Partituren kommen ihr jetzt wie eine schöne Erinnerung vor, wie ein Brief, der niemals mehr vorgelesen wird. Ein wertvolles Andenken.Nur noch denken, nichts mehr hören kann sie, während sie die Noten durchblättert. Sie weint über der Entdeckung, dass ihr kein Ton entgegenkommt, dass alle ihre Erinnerungen ohne Melodien bleiben, wiewohl sie viele Erinnerungen hat und wiewohl im Hause Mozart nichts geschah, was nicht mit Tönen, Akkorden, Melodien, Rhythmen und wechselnden Harmonien verbunden war. Die schwarzen Zeichen sind nur kalligrafische Schnörkel einer raschen und zielbewussten Hand, die dem Strom, der sich durch sie drängte, niemals Widerstand entgegensetzte. Die selbst mitformte, mitschwang, mitsang.Constanze war niemals müde geworden, die Hand ihres Mannes beim Arbeiten, Schreiben und Spielen zu beobachten. Wolfgang war kein schöner Mann gewesen, doch eine schönere Hand als die seine hat sie nie gesehen. Jede Bewegung des Leibes und des Geistes prägte sich auch in dieser Hand aus. Klein war sie, zierlich, nervig und kräftig. Sie besaß nicht nur eine durch die Natur gegebene Kraft, sondern auch eine durch Übung und Erziehung erworbene. Diese Hand war aller Lautstärken fähig. In ihr lebte das zarteste Pianissimo ebenso wie das kräftigste Forte, das Legato wie das Staccato. Constanze kann sich jetzt leichter an die Hand erinnern, die alle diese Noten schrieb, als an die Klänge und Empfindungen, die in ihnen verborgen liegen.Nun hält sie ein Taschenbüchlein in grünem, blumengemustertem Pappeinband in der Hand, Rücken und Ecken sind von Leder, um dem Büchlein Dauerhaftigkeit zu sichern. Ein Bändchen, geeignet für verliebte Verse oder empfindsame Abendgedanken. Doch für solchen Luxus hatte Wolfgang niemals Zeit gehabt. Er spielte, arbeitete, komponierte. In dieses Büchlein hatte er alle seine Kompositionen eingetragen, genau und ordentlich, fast wie ein Schulmeister. Er hatte eben doch Pedanterie vom Vater geerbt, der immer wieder mahnte, die Noten nicht zu verschleudern, nur bestes wasserfestes Notenpapier zu benutzen und mit unauslöschlicher Tinte zu schreiben. Constanze hatte sich die Ohren zugehalten, wenn sie solche Reden hörte. Und was nützt nun das pedantische „Verzeichnüß aller meiner Werke vom Monath Februario 1784 bis Monath …?“Wolfgang hatte damit gerechnet, dass er selbst noch das Abschlussdatum einsetzen könnte, ehe er ein neues Heft begann, ein Verzeichnis neuer, noch erfolgreicherer Kompositionen, die ihm Ruhm und Anerkennungen eingebracht hätten, eine einträgliche angemessene Anstellung und vor allem Geld ... Geld für die wichtigsten Lebensbedürfnisse und noch darüber hinaus. Geld für Badeaufenthalte mit komfortabler Wohnung. Geld nicht nur für Bier, sondern auch für Champagner. Was alles hätte er noch auf diese vierzehn leeren Seiten von rastriertem Papier eintragen können! Konzerte und Opern für die große Gesellschaft. Lieder für den Hausgebrauch. Nichts davon … Nun musste Süßmayr kommen und als letzte Komposition das Requiem einschreiben, das er zu Ende komponiert hatte, weil der Wolferl nicht mehr konnte. Ein Requiem, ausgerechnet eine Totenmesse … nein, das nicht! Der Süßmayr soll nicht kommen. An der letzten Stelle dieses grünen Büchleins soll kein Requiem stehen.“Erst vor wenigen Wochen erschien bei der EDITION digital der mit vielen Fotos versehene Band „Vogelgezwitscher aus dem Garten am Wald“ von Irma Köhler-Eickhoff – und zwar sowohl als gedruckte Ausgabe wie als E-Book. Worin es darum geht, das hören wir von der Autorin selbst: Mit dem „Garten am Wald“ hatten wir uns rund um unser Wohnhaus ein kleines Refugium geschaffen, in dem wir im Laufe der Jahre immer wieder von unseren „Mitbewohnern“ überrascht wurden. Die Tiere, die der Gartenteich angelockt hatte, fühlten sich genauso wohl dort wie wir. Besonders viele Vögel hatten sich bei uns eingefunden. Wir staunten über ihre Vielfalt, beobachteten die Amseln, die ihre Kräfte beim Zusammentragen des Nistmaterials fast überschätzt hatten und litten später mit ihnen, als ihr Nest ausgeraubt wurde. Wir brachten eine kleine Blaumeise fast zur Verzweiflung, weil wir ihre „Hilferufe“ lange nicht deuten konnten, zitterten mit der kleinen Schwalbe, die Angst vor dem Fliegen hatte, hielten mit dem Rotkehlchen die Luft an, als es beobachtete, wie sich eine Ringelnatter einen Frosch aus dem Teich holte, und vieles mehr. Doch lassen wir die Vögel selbst erzählen.“ Und genau so soll es auch hier geschehen: „Über den Schnabel geschautEin Rotkehlchen erzähltHeute ist schon der 11.März. Auch jetzt um die Mittagszeit ist es noch frostig kalt und die Zweige der Bäume sind immer noch voller Reif. Ich fliege gerne zu der großen Birke auf dem Nachbargrundstück, heute aber möchte ich die weiße Pracht nicht zerstören, wenn ich durch die Zweige fliege. In den letzten Nächten war es wieder besonders kalt, da genügte es auch nicht, wenn ich mich dick aufplusterte und unter das Efeu kroch. Ich fror, auch wenn ich mich immer tiefer in mein gut gepolstertes Nest drückte.Jetzt wird es aber Zeit, dass ich mich euch vorstelle: ich bin das Rotkehlchen aus dem Garten am Wald. Vor einigen Jahren schon habe ich hier einen geschützten Platz für mein Nest gefunden. Unter den Blütensträuchern ist alles dick mit Efeu zugewachsen. Darunter konnte ich mein Nest gut verstecken.Auch im vergangenen Herbst flog ich nicht mit meiner großen Rotkehlchen-Familie in den Süden, sondern blieb über den Winter gerne hier im Garten, denn hier werden wir Vögel täglich gefüttert. Mit Äpfeln für die Amseln, Sonnenblumenkernen für die Spatzen und alle anderen Vögel, die die Kerne gerne mögen. Ich picke von allem etwas auf, mag aber besonders gerne das Weichfutter, das extra für mich ausgestreut wird. Zu Beginn des Winters war ich noch sehr schüchtern, ließ mich oft von den anderen Vögeln vertreiben. Von Tag zu Tag aber wurde ich mutiger, lernte von den Anderen und behauptete mich, denn schließlich habe ich genau so viele Rechte wie die anderen Vögel, mich an den vier Futterstellen in unserem Garten satt zu essen.Habe ich schon erwähnt, dass ich ab und zu Familie Kleiber beobachte, wenn sie zu den Futterplätzen kommt? Jetzt weiß ich auch, wo sie wohnt. Neulich sah ich die Eltern ganz elegant unter einen Ziegel am Wohnhausgiebel schlüpfen. Dort hörte ich auch schon regelmäßige Klopfgeräusche, fast wie bei den Spechten, nur wesentlich leiser. Auch andere Gäste kommen zu uns in den Garten, weil hier genug Futter für uns alle ausgestreut wird. Gesehen habe ich Grünlinge, Stieglitze und ein Rotschwänzchen. Auch die Spatzenfamilie wird immer größer. Heute freue ich mich über den Zaunkönig, ein Dompfaffpaar und die Buchfinken. Schön, dass so viel Besuch kommt, und wir alle satt werden. Aber es wäre mir lieber, wenn es bald Frühling würde, damit wir unsere Nester ausbessern und neu polstern können. Es wird Zeit, an die Familienplanung zu denken.“Und damit sind wir auch schon wieder am Ende unseres vorweihnachtlichen Newsletters angelangt und hoffen, es war auch für Sie etwas dabei – etwas zum Verschenken oder etwas zum selber Lesen. Apropos Geschenke. Immer wieder gern wird gerade zu Weihnachten ein ganz bestimmtes Gedicht von Joachim Ringelnatz zitiert. Und deshalb soll es auch hier am Ende unseres ersten Dezember-Newsletters stehen:SchenkenSchenke groß oder klein,aber immer gediegen.Wenn die Bedachtendie Gaben wiegen,sei Dein Gewissen rein.Schenke herzlichund frei.Schenke dabei,was in Dir wohntan Meinung, Geschmackund Humor,so dass die eigeneFreude zuvorDich reichlich belohnt.Schenke mit Geistohne List.Sei eingedenk,daß Dein GeschenkDu selber bist.In diesem Sinne viel Vergnügen beim Lesen und beim Schenken!
Amazon, EasySize, Evo Pricing und Lectra diskutieren Anwendungsmöglichkeitenauf einer Podiumsrunde der ESCP EuropeIsmaning/Paris, 29. November 2017 – Lectra, weltweit führend in integrierten Lösungen, die speziell ausgerichtet sind auf die Stoff-, Leder-, Textil- und Verbundwerkstoffindustrie, und ESCP Europe haben zu Beginn der fünften Fashion Tech Week in Paris bei einer Diskussionsrunde die verschieden Anwendungsmöglichkeiten von Kundendaten in der Modebranche untersucht. Lectra arbeitet mit der französischen Wirtschaftshochschule gemeinsam am Lehrstuhl für „Fashion & Technology“.Elise Beuriot, Senior Category Leader EU Luggage Amazon, Olivier Dancot, VP of Data Lectra, Fabrizio Fantini, Gründer und CEO von Evo Pricing, und Gulnaz Khusainova, Gründerin und CEO von EasySize sind sich im Kernpunkt einig: Die Analyse der Kundendaten bietet zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten entlang der gesamten Mode-Wertschöpfungskette. Unternehmen stellen ihre Kunden zufrieden, bleiben wettbewerbsfähig, steigern den Umsatz und reduzieren Abfälle.Bereits in der Designphase sind Daten eine Inspirationsquelle. Den Kollektionsteams „ermöglichen komplexe Modelle die Analyse von Nutzerdaten aus dem Internet und dem Verkaufsverlauf. Damit werden Produkte entworfen und angeboten, die Kunden erwarten – eine Priorität für Unternehmen wie Amazon mit einer starken Ausrichtung auf den Kunden“, erklärt Elise Beuriot. Beim Verkauf „bringen datenbasierte Entscheidungen Millionen Bestellungen in Gang. Auch auf Lagerbestände wirkt sich das enorm aus“, fügt sie hinzu.„In der Modebranche erzeugen unverkaufte Stücke sehr viel Abfall. Algorithmen und Big-Data-Analysen reduzieren Überschuss, indem wir die Nachfrage mehrere Wochen antizipieren, um den Preis und den Nachschub zu optimieren“, sagt Fabrizio Fantini. „Modeunternehmen, die Daten auswerten, um auf dieser Grundlage Entscheidungen zu treffen, sind effizienter. Sie erhalten leichter ihre Margen, bieten geringere Preise an und erreichen mehr Kunden.“Wieder andere Algorithmen analysieren Kundendaten in Echtzeit, „um aus unter hunderten Faktoren die mit dem größten Einfluss auf Kaufentscheidungen zu bestimmen. Nicht unbedingt das Datenvolumen, sondern die Tiefe der Analysen macht den Wert aus“, sagt Gulnaz Khusainova. EasySize ist darauf bedacht, dass die gesammelten Daten anonym sind. „Kunden müssen die Kontrolle über ihre Daten haben und wissen, wie diese verwendet werden.“Als Softwareentwickler und Schnittmaschinen-Lieferanten für die Bekleidungsindustrie „analysieren wir die Nutzungsdaten unserer Lösungen und entwickeln unsere Angebote entsprechend weiter. Dadurch gestallten wir Wertschöpfungsketten effizienter und passen sie den Bedürfnissen der Marken, Einzelhändler und Hersteller an“, erklärt Olivier Dancot. „Es geht darum, qualitativ hochwertigere Produkte so schnell wie möglich und zu reduzierten Kosten auf den Markt zu bringen“.„Daten zu sammeln ist einfach – das Schwierige ist, verwertbare Informationen herauszufiltern. Alles hängt von der Datenanalyse ab“, fasst Céline Abecassis-Moedas zusammen, Professorin und wissenschaftliche Co Leiterin des Lehrstuhls für „Fashion & Technology“ sowie Moderatorin der Diskussionsrunde. „Die emotionale Ebene unterscheidet die Modebranche von anderen Industrien – von der Inspiration des Designers bis hin zum persönlichen Kaufwunsch des Kunden. Allen Bereichen der Modeindustrie nutzt die sorgfältige Auswertung der Kundendaten. Die besprochenen Beispiele zeigen die vielfältigen Chancen.“
FocusQuantum® OPW 3K beschleunigt die Produktion und verringert die Stückkosten pro AirbagIsmaning/Paris, 28. November 2017 – Lectra, weltweit führend in integrierten Lösungen, die speziell ausgerichtet sind auf die Stoff-, Leder-, Textil- und Verbundwerkstoffindustrie, bringt mit dem FocusQuantum® OPW 3K ein neues Modell für den Laserzuschnitt von OPW-Airbags auf den Markt.Dank weiterer Forschung- und Entwicklungs-Bemühungen und der umfangreichen Erfahrung auf dem Airbag-Markt – mehr als drei von fünf Airbags weltweit werden mit Technologie von Lectra zugeschnitten – wurde der FocusQuantum OPW vor allem in Hinblick auf Produktionsleistung und Geschwindigkeit nochmals verbessert. Seit der Markteinführung des FocusQuantum im Dezember 2015 haben namhafte, internationale Airbag-Zulieferer die Laserzuschnittlösung implementiert, darunter Global Safety Textiles, Sumisho Airbag Systems, Kolon und HMT.Lectra verpasste dem neuen Modell des FocusQuantum umfassende Verbesserungen an Hard- und Software, die eine deutlich höhere Produktionsleistung erlauben – ohne Abstriche im Hinblick auf Sicherheitsvorgaben zu machen, denen die lebensrettenden Airbags unterliegen.Das Dynamic Laser Trajectory-Management erlaubt etwa einen „fliegenden Zuschnitt“, indem es die beiden Laserstrahlquellen automatisch optimal steuert. Das erhöht die Produktionsgeschwindigkeit und verringert Stillstandszeiten. Kleinere Schnitte, wie Schlitze und Löcher, werden um 25 Prozent schneller ausgeführt, was die Gesamt-Produktivität um 20 Prozent steigert und die Zuschnittkosten pro Airbag um rund 15 Prozent reduziert. In der Zuschnittvorbereitung können Hersteller mit der FocusQuantum-Software-Suite und SmartCutting-Technologie den Laserzuschnitt in Echtzeit an Gewebeverzerrungen anpassen, erfüllen damit höchste Qualitätsanforderungen und sparen gleichzeitig Material.„Die weltweite Pkw-Produktion wird in den kommenden zehn Jahren das Niveau von 108 Millionen Einheiten im Jahr erreichen, mit durchschnittlich vier Airbags pro Fahrzeug“, bemerkt Céline Choussy Bedouet, Chief Marketing and Communications Officer bei Lectra. „Den Großteil dieses Wachstums werden Märkte in Schwellenländern ausmachen, in denen derzeit nach und nach die Pflicht zum Seitenairbag eingeführt wird. Wegen der weltweit wachsenden Nachfrage nach OPW-Airbags wird es für die Airbag-Hersteller von entscheidender Bedeutung sein, die erforderliche Produktionskapazität zu erreichen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“® FocusQuantum ist eine eingetragene Marke von Lectra.
Rund 40 Bücher mit einer Gesamtauflage von fast sechs Millionen Exemplaren hat der in der vergangenen Woche in Ahrenshoop nur wenige Tage vor seinem 90. Geburtstag verstorbene Schriftsteller Wolfgang Schreyer zwischen 1952 und 2016 geschrieben. Dazu gehören auch die beiden ersten der fünf Deals der Woche, die im E-Book-Shop www.edition-digital.de eine Woche lang zu jeweils stark reduzierten Preisen zu haben sind. Auch diese beiden Titel belegen das besondere Kennzeichen seines Schreibens: spannend und auf hervorragend recherchierten Tatsachen beruhend, spannende Tatsachen eben. Das trifft auch auf „Entscheidung an der Weichsel“ von 1960 und auf „Preludio 11“ von 1964 zu. Das erneute oder erstmalige Lesen lohnt sich. Und „Preludio 11“ kann man sich, wenn man will, sogar ansehen, gehört es doch zu den nicht wenigen Schreyer-Romanen, die auch verfilmt wurden. Der deutsch-kubanische Spionagefilm ist inzwischen auch auf DVD erschienen.Auch die drei anderen Angebote dieses Newsletters von Max Walter Schulz, Carlos Rasch und Hardy Manthey sind jeweils auf ihre Art spannend erzählt, berichten wie bei Schulz von Geschehnissen, die mit dem zweiten Weltkrieg zu tun haben, sowie bei Rasch von der Zukunft und bei Manthey von einer geheimnisvollen Zeitreisenden, die ein ganz bestimmtes, aber nur sehr schwer zu erreichendes Ziel verfolgt. Ob sie es diesmal schafft?Erstmals 1960 veröffentlichte Wolfgang Schreyer im Verlag des Ministeriums für Nationale Verteidigung der DDR in Berlin seinen Dokumentarbericht über Vorgeschichte und Verlauf des Warschauer Aufstandes „Entscheidung an der Weichsel“: Wolfgang Schreyers erstmals 1954 erschienener Roman „Unternehmen Thunderstorm“ war 17 Jahre lang im Buchhandel erhältlich, insgesamt wurden 200.000 Stück verkauft. In seinem autobiografischen Roman „Der zweite Mann“ schrieb er: „Jede mir zugängliche Quelle, jeden erreichbaren Zeitzeugen befrage ich, sitze in Lesesälen, zapfe aus Ost und West alles an, bis sich ein Bild formt in mir ... Am Triumph nagt nur ein Zweifel: Trifft die Deutung des Geschehens, der ich gefolgt bin, auch restlos zu? Hätte die Rote Armee zwar nicht im August, aber vielleicht doch im September 1944 Warschau nehmen und die letzten Aufständischen retten können?“ Die Rechercheergebnisse zu seinem Roman wurden in dem 1960 beim Verlag des Ministeriums der Nationalen Verteidigung erschienen Sachbuch exakt, verständlich und gut lesbar dargestellt. Das Buch schildert den Warschauer Aufstand, wie er war; es verschweigt nichts. Der Autor enthüllt die Methoden internationaler Spionagedienste, beschreibt das von den Engländern geplante militärische Großunternehmen im Detail, die Rolle der Generale, Konzerndirektoren und Diplomaten, die Gräueltaten der SS, Verhandlungen in Moskau ebenso wie Operationen der Roten Armee. Seinem Buch hatte Wolfgang Schreyer eine aufschlussreiche Vorbemerkung vorangestellt, in der er sein Vorhaben erklärte:„Die Leser des Romans „Unternehmen Thunderstorm“ mögen sich fragen, weshalb der Verfasser dieses Buches heute jene Vorgänge wiederum aufgreift und sie in der vorliegenden Form darstellt. Ihm ging es darum, verlogenen Schilderungen, wie sie besonders vom westdeutschen Rundfunk und in Westillustrierten beharrlich verbreitet werden, erneut entgegenzutreten: Diesmal unter Verzicht auf jede erfundene Einzelheit oder romanhafte Episode, an Hand unwiderlegbarer Dokumente. Auch ist in den sechs Jahren, die seit der Niederschrift des Buches verstrichen sind, von polnischer Seite viel neues Tatsachenmaterial veröffentlicht worden, mit dem er, um das früher gegebene Bild zu ergänzen, seine Leser bekannt machen möchte.W. S. 1960Eine Stadt widerstehtIm Morgengrauen des 1. September 1939 drang die Wehrmacht in Polen ein. Der zangenförmige Grenzverlauf ermöglichte ihr einen Umfassungsangriff, wie zuvor im Falle der Tschechoslowakei. Deutsche Soldaten, zu Revanche und Völkerhass erzogen und durch monatelange Hetzpropaganda aufgeputscht, zerbrachen triumphierend Zollschranken, stürzten Grenzpfähle um und überfluteten nun auch dieses Nachbarland.Auf die Untätigkeit der Westmächte bauend, setzten Hitlers Generale die Masse ihrer aktiven Verbände und alle motorisierten Truppen im Osten ein. So hatte die nagelneue Kriegsmaschine des deutschen Imperialismus leichtes Spiel: 58 faschistische Divisionen warfen sich auf 32 polnische, 2000 moderne Flugzeuge zerfetzten 900 veraltete, Panzer mähten Kavallerie nieder. Von England und Frankreich völlig im Stich gelassen, ging Polens Armee nach tapferer Gegenwehr unter. Die Goebbelspropaganda höhnte: „Mit Mann und Ross und Wogen, hat sie der Herr geschlagen.“Hitlers Blitzsieg schien vollkommen. Denn rascher noch als die Armee zerfiel der polnische Staat. Schon am 6. September floh die reaktionäre Regierung, an ihrer Spitze Marschall Rydz-Smigly, aus der Hauptstadt. Fünf Jahre hindurch hatte sie mit Nazideutschland Freundschaft gepflegt, im März 1939 noch an der Zerstückelung der Tschechoslowakei teilgenommen - nun entwich sie mitsamt dem Goldschatz über die rumänische Grenze.Am 8. September erreichte die Vorhut der 10. Armee, das Panzerkorps Hoepner, den Südwestrand Warschaus. Sie griff aus dem Marsch heraus an. Ihr Versuch aber, quer durch die Arbeitervorstadt Ochota ins Zentrum zu stoßen, scheiterte am Widerstand von Garnison und Bevölkerung. Die Warschauer rissen das Pflaster auf, stürzten Straßenbahnwagen um, schossen aus Kellern und Dachluken. Dutzende Panzer blieben auf der Strecke, der Rest machte kehrt. Die Wehrmacht biss auf Granit. Drei Wochen lang hielten die Verteidiger aus, eingekreist und ohne Hoffnung. Ihr Heldenkampf reizte die Nazigenerale zum ersten brutalen Zerstörungswerk des Zweiten Weltkriegs. Sie ließen Warschau erbarmungslos bombardieren - wie bald darauf Rotterdam, London und Belgrad. Die brennende Stadt behauptete sich bis zum 28. September; dann erlag sie der Übermacht. Und über die Ujazdowska-Allee, über den trümmerbedeckten Pilsudskiplatz, auf dem inmitten seiner Generale Hitler stand, knallten faschistische Paradestiefel.„Das Schicksal hat entschieden ...“„Polen ist als Kriegsschauplatz ein guter Bekannter unserer alten Heere“, schreibt um diese Zeit der Wiener Generalmajor Kerchnawe, und er macht den geraubten Bissen als künftige Militärprovinz genussvoll schmackhaft: „An Unterkünften ist kein Mangel. Verpflegung, auch für große Heere, ist in Polen ausreichend aufzubringen. Die klimatischen und sanitären Verhältnisse sind bei guter Witterung günstig. Das vielfach gehörte Urteil, Polen bestehe nur aus Wald und Sumpf, ist vollkommen unrichtig ...“Als sie diese Sätze drucken, haben die Eroberer längst gehandelt. Auf der Krakauer Burg, auf dem Warschauer Brühlpalais weht die Hakenkreuzfahne, und auch vom letzten Marktflecken haben sie Besitz ergriffen. Noch während des Vormarsches hat der Oberbefehlshaber des Heeres als Inhaber der vollziehenden Gewalt das polnische Verwaltungspersonal verhaftet oder verjagt und es durch Nazis ersetzt: Je ein Landrat mit zwei Hilfsbeamten und sechs Gendarmen rückt hinter der angreifenden Truppe in die oft noch brennenden Kreisstädte. Es folgt die Gestapo. Man schafft „Ordnung“. Binnen weniger Wochen macht der Faschismus aus Polen ein Zuchthaus und aus Warschau eine „deutsche Stadt". 3000 „Volksdeutsche“ hat es beim Einmarsch dort gegeben, nun schwillt die Zahl an. Eine vieltausendköpfige Bürokratie, Parteidienststellen, Besatzerfamilien und das Personal deutscher Firmen machen sich breit. An Kinos, Droschken, Restaurants und Straßenbahnen erscheint das Schild NUR FÜR DEUTSCHE. Geschäfte firmieren zweisprachig, die 98 Hauptstraßen erhalten deutsche Namen.Im Spätherbst 1939 treffen sich Warschaus neue Herren im Hotelrestaurant „Europa“ am Adolf-Hitler-Platz, sie sitzen - meist gestiefelt und graugrün, braun oder schwarz uniformiert - in Weinstube, Bar oder Tearoom des Café-Club-Cabarett oder speisen in der „Silbernen Rose“ . Sie bewohnen Barockpaläste. Die besten Kinos und sämtliche Theater sind für sie. Sie planen Schlosskonzerte, Ballettabende, Weichselregatten. Im Fußballstadion spielt Schalke 04 gegen die „Deutsche Sportgemeinschaft Palais Brühl“. Man beschlagnahmt Schwimmbäder und Tennisplätze, reitet, saust im Auto durch die Stadt und kauft die Läden leer. Gefragt sind Pelzwerk, Schmuck und Schuhe. Man zahlt mit Besatzungsgeld; ist der Geschäftsinhaber Jude, wird beschlagnahmt oder erpresst.Zum Statthalter beruft Hitler seinen „bewährten Mitkämpfer, Reichsminister Dr. Frank“, und ermächtigt ihn mit Erlass vom 12. Oktober 1939 „innerhalb seines Machtbereichs Recht zu setzen“. Von nun an ist das Wort dieses später in Nürnberg gehenkten Faschistenhäuptlings für ein ganzes Volk Gesetz.“Nur vier Jahre später befasste sich Wolfgang Schreyer zum ersten Mal mit den damals hochaktuellen Entwicklungen in der Karibik. Die Rede ist von seinem erstmals 1964 beim Verlag Das Neue Berlin erschienenen Roman „Preludio 11“. Dem E-Book liegt die überarbeitete Fassung von 1988 aus dem Militärverlag der DDR zugrunde: Preludio 11 ist der Deckname eines Kommandounternehmens zur Vorbereitung der Intervention an der Südküste Kubas Anfang der sechziger Jahre. Eine Gruppe Emigranten, Abenteurer und Feinde der Revolution wird in der Sierra del Mico, einer abgelegenen, gebirgigen Gegend, abgesetzt. Der Trupp soll das Einsatzgebiet aufklären, Informationen sammeln und den Boden für das spätere Eingreifen der Hauptkräfte vorbereiten. Die Feinde haben aber ihre Rechnung ohne die Wachsamkeit und den Kampfesmut einfacher kubanischer Menschen gemacht ... Ein spannender Aktionsroman von 1964, dessen Authentizität überzeugend wirkt und den heutigen Leser immer noch anspricht.Wolfgang Schreyer hatte auch das Drehbuch zu dem gleichnamigen, in einer Gemeinschaftsproduktion mit Kuba gedrehten DEFA-Film in der Regie von Prof. Kurt Maetzig geschrieben. Und hier ein erster Eindruck von „Preludio 11“, in dem wir Carlos Palomino kennenlernen:„Um drei Uhr nachts läutete das Telefon. Ich hob ab, ohne mich zu melden, hörte jemand atmen. Sie belauerten mich wie beim letzten Mal, führten ihren sinnlosen Nervenkrieg. Sicher wussten sie inzwischen, dass ich das Zimmer gewechselt hatte... Da fragte eine Stimme: „Carlos Palomino, hörst du den dumpfen Ton?“ „Wer spricht da? Wer sind Sie?“ „Das ist die Karibische Flotte mit dem ersten atomgetriebenen Flugzeugträger der Welt. Hör hin, Carlos, man hört das nicht alle Tage... Macht dich der Ton nicht nervös?“Ich wollte antworten, doch schon war die Leitung tot. Und wieder glaubte ich das ferne Summen wahrzunehmen. Es stieg aus dem Meer, kroch über die Uferstraße, durchdrang das hermetisch verschlossene Doppelfenster des Hotels. Ein dunkler, alles durchbohrender Laut. Bei der Ankunft, gestern Abend vorm Armeeministerium, hatte ich ihn zum ersten Mal gehört. Da glaubte ich noch, er stecke in meinem eigenen Kopf. Mein Gott, wie lange war das her.Sie hatten im teuersten Hotel Habanas für jede Etage eine spezielle Farbe, von der Lifttür bis zum Aschenbecher, das erleichterte die Orientierung und tat dem Auge wohl. Das Zimmer im zwanzigsten Stock glich haargenau meinem im elften; aber alles, was dort resedagrün gewesen war - Bettzeug, Krepppapier und Badewanne -, war hier mimosengelb. Und das gab es auch noch in Bleu, in dezentem Orange und in anderen gebrochenen Tönen. Nur die Mikrofone waren nicht angepasst, obwohl gerade da zarte Farbgebung notgetan hätte. Ich hatte längst heraus, dass hier keines installiert worden war. Anscheinend war dieses Zimmer für weniger wichtige Leute bestimmt. Ich deckte mich nur mit dem Laken zu und lauschte dem Winseln der Klimaanlage.Doch der Schlaf wollte nicht mehr kommen. Erst dachte ich an die militärische Lage, dann an meine eigene. In gewissem Sinne hing beides zusammen. Mir gingen die Meldungen der letzten zwölf Stunden durch den Kopf. Ich zählte sie auf: die Warnung vor den Froschmännern, das US-Radarschiff auf der Höhe von Matanzas, der Sabotageakt im E-Werk dort, die atomgetriebene „Enterprise“, der angeknackte Güterzug, die „Voodoo“ über der Sierra, der Tieffliegerangriff auf die Avenida Monumental, das Elektronenhirn an Bord der Invasionsflotte, der Schlag gegen unsere Flugplätze. Und die Schutzhaftlisten, Alarmstufen, unklaren Weisungen, die Milizmobilisierung, Sandsackbarrikaden, Befestigung der Fichteninsel, der Entwicklungsplan für die Sierra - unsere Gegenmaßnahmen. Ich wog das gegeneinander ab. Aber da war nicht viel zu wägen.Die Zeit verstrich, ich rollte von einer Seite auf die andere und fragte mich, was draußen geschah, hinter den luftdicht schließenden Scheiben. Das hatte sich wie toll gejagt, nun lag ich unter meterdicker Watte. Die vier Sender im Nachttischradio schwiegen, der Hausfunk spielte den „Lonely Boy“ und verstummte dann auch. Das Telefon wurde todsicher von Estébans Freunden abgehört, einen Wagen mit UKW-Empfang hatte ich nicht mehr. Die Stille konnte alles oder nichts bedeuten. Falls die Yanquis nicht gerade am Malecón landeten, um ihre Botschaft wieder in Besitz zu nehmen, würde man nichts merken.Gegen halb zwei stand ich auf; in diesem Aquarium war man von jeder Nachricht abgeschnitten. Was tun, ins Ministerium fahren? Mir fielen die erstaunten Blicke ein. - Ich duschte kalt, legte mich wieder hin. Ein Weilchen blätterte ich in dem Bedside-book. Spionagegeschichten, Raubüberfall, Erpressung, Rauschgift, Mord. „Warnung: nicht nachts lesen!“ Ich knipste die Lampe aus; dies war jetzt blutige Wirklichkeit. Über mir kräuselten matte Lichter, letzte Signale der Außenwelt. Schatten fielen, glitten und hüpften im Rhythmus der Neonwerbung quer über die Zimmerdecke. Es war, als ob sie Linien auf einen Wasserspiegel warfen, Skizzen zu längst versunkenen Bildern. Und das alles begann zu leben. Gesichter und Landschaften, Stimmungen und Erlebnisse stiegen vom Meeresgrund herauf. Selten blickt man so zurück, denn es taugt nichts. Männer wie Mädchen, an denen was dran ist, haben gewöhnlich keine Zeit dazu. Wahrscheinlich wurde ich alt - jedenfalls für unsere Begriffe. Bei uns in Lateinamerika macht man, wenn überhaupt, in der Jugend Karriere und bleibt dann stehen, fett geworden oder ausgebrannt, ein erkaltender Vulkan.In mir aber war nichts erloschen, unendlich viel blieb noch zu tun. Ich war mit einem Zeitzünder auf die Welt gekommen. Das Leben fing für mich erst mit dreißig an, als mein Traum in Erfüllung ging, Bergingenieur zu werden. Die Eltern waren tot, auch sonst stand niemand Pate, ich wurde es aus eigener Kraft. Lange hatte es gedauert, bis das Geld beisammen war. Das Lohnniveau der fünfziger Jahre war eine erstklassige Bremse für solche Burschen wie mich. Ich war Ziegeleiarbeiter gewesen, Asphaltkocher beim Straßenbau, Monteur in einer -lraffinerie; zwischendurch auch Zigarrenmacher, Hilfslaborant in der Zuckerzentrale Palma Soriano und Fahrer eines Elektrokarrens auf dem US-Stützpunkt Gunatánamo, wo ich mein bisschen Englisch lernte. Zuletzt hatte ich in Santiago Schreibmaschinen verkauft, für fünfzig Peso Fixum und zehn Prozent Provision. Damit gelang mir der Absprung, aber bloß, weil ich nicht verheiratet war.“Auch um einen Krieg und um seine Nachwirkungen geht es in der erstmals 1981 vom Mitteldeutschen Verlag Halle-Leipzig gedruckten Novelle „Die Fliegerin oder Aufhebung einer stummen Legende“ von Max Walter Schulz: Ljuba ist tot. Dass Hellriegel es durch Gitta, seine geschiedene Frau, erfährt, hat Ljuba selbst so gewollt. Und auch, dass er nach Moskau zu ihrem Begräbnis kommt, wo er Andrej, ihrem und seinem Sohn, begegnen wird. Drei Jahrzehnte sind vergangen. Doch was im Jahr 1944 an der bjelorussischen Front mit Hellriegel und Ljuba geschah, rückt plötzlich wieder sehr nah. Ein Tag, fast schon Legende, kettete sie auf Tod und Leben aneinander, zwang sie gemeinsam zum Widerstand, erzwang ihre Kraft, Trennendes zu überwinden. „Mich interessiert die Möglichkeit des Menschseins mitten im Hass“, sagt Max Walter Schulz. In dieser Novelle gestaltet er die ungewöhnliche Liebe zwischen einer sowjetischen Fliegerin und einem einstigen faschistischen Soldaten, der sein Vaterland verliert und sich selber gewinnt. Welcher Anstrengung bedarf es für Gitta, die Bedeutung jenes einzigen fernen Tages im Leben Hellriegels zu verstehen, und welch langen Weges bedarf es für ihn, sich ganz zu befreien?Wir begegnen dem Lokführer Hellriegel, als er eine ebenso dringende wie traurige Nachricht bekommt – mitten auf der Strecke, als er zu einem außerplanmäßigen Halt gezwungen wird:„I. Der Esel schrie zur Sonne in der NachtHeute nun, in der Nacht zum 20. Januar, im zehnten Jahr nach seiner unglückseligen Erzählung, hat das Schicksal einen wirklichen, endgültigen Schlusspunkt gesetzt hinter die alte, wirre, reichlich unpassende Geschichte. Hellriegel wird heute davon erfahren wie aus dem Jenseits. Er wird das Frühstücken vergessen und schmerzhafter unberaten sein denn je zuvor.Die Fahrt geht zu Tal. Von den Baggern auf den Terrassen des Tagebaus über weite Schleifen hinunter zur Sohle. Er hat vierzehn Waggons Abraum, vierzehn mal fünfundzwanzig Tonnen Last hinter der E-Lok. Was ist das schon. Für ihn ist es das Alltägliche, seit zehn Jahren das Alltägliche. Auf der Sohle wird gekippt, der Graben verfüllt.Das machen andere. Für ihn geht's nach dem Kippen im Schub wieder hoch, dann vorspännig wieder runter. Nichts Langweiliges. Auf der Maschine ist man sein eigner Herr. Fahrer, Abschmierer, Streckenfuchs. Freie Findigkeit schafft kurze Weile. Mal fährst du Abraum, mal fährst du Kohle. Abraum zur Sohle oder zur Kippe. Kohle zum Kraftwerk oder zur Brikettfabrik. Wie die Dispatcherzentrale will. Du bist dem Hauptdispatcher unterstellt, und der Hauptdispatcher ist dir unterstellt. In der Kampfgruppe ist der Hauptdispatcher mir unterstellt. Ausgewogene Verhältnisse. Darauf kommt schließlich alles an. Hellriegel sagt, seine Arbeit mache ihm Spaß. Selten, dass ihm ein Waggon ausgleist. Schon Kunst, wie er abgesacktes oder schlingerndes Gleis befährt. An Medaillen fehlt's dem Manne nicht.Heute fährt er also Abraum in der Frühschicht. Es ist gleich halb neun. Nach dem Kippen wird er frühstücken. Der Januarmorgen, grau und träge, befällt die aufgerissene Erde wie Mehltau. Im harschen Schnee höhlen rußige Lunker. feuchtkalte Luft und die Abgase von der Schwelerei schlieren gegen die Frontscheiben. Die Scheibenwischer laufen. Es riecht nach Schwefel und Mühsal. Benno Hellriegel wird heute nicht zum Frühstücken kommen. Heute nicht. Das kann er jetzt, kurz vor halb neun, noch nicht wissen. Jetzt fährt er mit dreihundertfünfzig Tonnen Achslast zu Tal und denkt sich etwas aus gegen die Mühsal des trüben Tages. Himbeergesträuch wird wieder rascheln, Eidechsen werden wieder besonnte Kiesel umtanzen. Denken hilft, wenn einem der Spaß vergehen will. Denken und sich gut stehen mit der Natur.Am unteren Stellwerk steht das Lichtsignal auf Halt. Hellriegel flucht. Tränt der Stellwerker? Der Zug, der vor ihm kippte, hat ihn schon aufwärts passiert. Signal ist Signal. Den Bremsdruck erhöhen. Gefühlvoll. Nicht alle Bremsbacken fassen gleichmäßig. Eisen schleift nun schrill auf Eisen. Die Klangringe auf den Achsen schlagen hell und hart dazwischen. Der Zug puffert, stottert. Nicht ganz zu vermeiden. Ein Mann verlässt das Stellwerk, geht ans Gleis, verharrt dort. Ein Mann im dunklen Mantel, Koppel übergeschnallt, Pelzkappe, Stiefel. Wird einer vom Betriebsschutz sein, der mitgenommen werden will. Der Zug kommt zum Stehen. Der Einstieg zur Maschine befindet sich genau auf der Höhe des wartenden Betriebsschutzmannes. Hellriegel schiebt das Rollfenster hoch: „Was ist? Hast du Erbsen im Schuh?“ – „Ein dringendes Telegramm von weither“, antwortet der Mann. Die Poststelle in Großgähren, beziehungsweise eine Frau Hebelaut, habe es telefonisch sofort nach Empfang ans Kombinat weitergeleitet. Sie meine, der Inhalt pressiere. Auch betrieblicherseits meine man, dass der Inhalt pressiere. Die Kombinatsleitung böte Unterstützung an. In Form von sofortigem Urlaub, bezahltem oder unbezahltem, sowie bei der Erledigung der Formalitäten. Hellriegel hat sich aus der Fahrerlaube gebeugt und nimmt einen verschlossenen Umschlag mit Werk-Aufdruck entgegen. Es verschließt ihm vollendes den Mund, als er sieht, wie der außerordentlich bevollmächtigte Bote zwei Finger an die Kappe legt, militärisch kehrtmacht und ins Stellwerk zurückstapft. Im Aufrichten sieht er Max, den Stellwerker, oben am Stellwerksfenster stehen, die Szene betrachtend mit gelassener Anteilnahme. Wie der Stellwerker Hellriegels verwirrtem Blick begegnet, zieht er sich sofort vom Fenster zurück. Dem Boten wird er seinen Leib- und Magenspruch verpassen: So ist das Leben! Ein Unglück aufs andere. Kauf dir ein Reitschwein... Hellriegel ist bewusst, dass er eine Unglücksbotschaft in den Händen hält. Die Kollegen bezeigten deutlich scheuen Respekt. Allgemein nur noch bei tödlichen Unfällen zu bemerken. Es kann nur Gitta betreffen. Es kommt von weither. Gitta, seine geschiedene Gitta, ist der einzige Mensch in weiter Ferne... Gitta ist tödlich verunglückt... Vor vier Jahren ging sie in die SU, nach Moskau, als Auslandskorrespondentin beim Rundfunk. Ihr Traum... Im März wären die vier Jahre um gewesen. Da wäre sie zurückgekommen. Sie hatte schon die neue Stellung in Berlin... Vorigen Sommer war sie plötzlich in Großgähren aufgetaucht, einfach mal zu Besuch, zu einem Kaffeeklatsch. Das einzige Mal seit der Scheidung. Einen andern hätte sie immer noch nicht gefunden. Freunde halt. Dann und wann auch mal einen zum Schlafen.Aber alles Nitschewo mit Liebe und so. Ganz aufgeräumt, ganz lustig und heiter war sie gewesen. Fast schon unmenschlich lustig und heiter... Einen kupfernen Topf hatte sie ihm mitgebracht, einen alten, bäurischen, vom offenen Feuer gezeichneten... Hatte Tee gemacht, in der Küche, auf Gas, der musste draußen im Garten getrunken werden. Auf dem Gartentisch der kupferne Topf mit den Feuermalen. Und der Gartentisch musste dorthin, wo der Fingerhut steht. Der stand noch vergangenen Sommer. Der ging ihr bis zur Brust... Dann hat sie fotografieren wollen. Unbedingt. Stillleben: Tisch mit Geschiedenem, mit Topf und blauem, blauem Fingerhut... Wenn nichts Unmenschliches an ihr war, etwas Unheimliches ist an ihr gewesen... Sie versprach Abzüge zu schicken. Nichts ist gekommen. Das ist gekommen. Das. Als letztes. Von ihrer Dienststelle wahrscheinlich... Sie hatte weiter keine Angehörigen... Angehörigen... Angehörigen...Der Streckenwärter sieht, dass der Kollege in der Fahrerkabine nicht die Kraft hat, den Briefumschlag zu öffnen. Da muss man etwas tun. Da schaltet der Streckenwärter die Strecke frei. Das Leben geht weiter. Der Dreck muss weg. Reiß dich zusammen, Kumpel! Fahr los! Der Kumpel fährt nicht los. Der Kumpel bricht den Briefumschlag auf und liest das Telegramm. Da schaltet man eben noch mal auf Halt. Noch mal kurz. Man wird sehen, wie er's aufnimmt.Hellriegel nimmt folgenden Text nun in sein Bewusstsein auf: Heute Nacht verstarb Ljuba. Nach Lungenoperation. Ihr Bruder, General Kondratjew, bittet dich, an der Beerdigung teilzunehmen. Freitag, 24. Januar, 14.50 Ortszeit. Friedhof Nowo Alexandrowskoje. Bitte zur Teilnahme ergeht auf ausdrücklichen Wunsch der Verstorbenen. Ljuba stand auch mir nahe. Erwarte dich Donnerstag, 25., mit Interflug, Flug Nr. 600 am Flughafen Scheremetjewo. Hotelzimmer für dich bestellt. Gitta.“Nun aber geht es wieder ein paar Jahre zurück und doch zugleich in die Zukunft, in eine utopische Zukunft. Erstmals 1968 hatte Carlos Rasch im Verlag Neues Leben, Berlin als Band 81 der Reihe „Spannend erzählt“ unter dem Titel „Krakentang“ wissenschaftlich-fantastische Erzählungen veröffentlicht. Das E-Book bringt die unveränderte Originalausgabe vom Ende der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts: Hunderte Meter unter das Packkeis am Polarkreis, zehntausend Meter hoch in den Jet-Sturm über dem Atlantik, auf die Mondoberfläche und weit über unser Sonnensystem hinaus in die Galaxis führt uns der Autor in diesen wissenschaftlich-fantastischen Erzählungen. Der Kampf Marlies van Treddenkamps gegen die fehlmodulierten Mortis-Polypen, der Rekordflug Kuba - Bagdad mit einem Unterschallflugzeug, das im Jet-Orkan im Überschall fliegt, und die Aufklärung einer unterseeischen Katastrophe sind sicher Probleme der nächsten Jahrzehnte: Was hier an fantastischen Möglichkeiten geschildert wird, kann morgen schon Wirklichkeit sein. Mit dem Untergang der „Astronautic“, dem Unirdischen Raumschiff und der Mondstaubbarriere hat Carlos Rasch Raumfahrtthemen der ferneren Zukunft gestaltet. Bei aller Fantastik des Geschehens bleibt er auch hier den sich heute abzeichnenden Entwicklungslinien in Wissenschaft und Technik treu.Als Einstieg hier der Beginn des 1. Kapitels der Titelerzählung „Krakentang“: „Werner Wagenburg verzog ärgerlich sein Gesicht und schimpfte: „Verdammtes, ekelhaftes schwarzes Teufelspack!“ Mit einem Sprung war er am Bullauge, zog die lange Rutenantenne zu sich in die Funkkajüte zurück und schlug dann hastig das runde Fenster mit dem dicken Glas zu. Fast wäre auch noch diese letzte Sendeantenne abgerissen worden. Draußen vor dem Bullauge pendelte ein langer geschmeidiger Arm hin und her; wenige Augenblicke später waren es schon vier und schließlich ein ganzes Bündel, die sich tastend wanden und bogen. Einer davon lag quer über dem Glas und presste es. Werner Wagenburg konnte deutlich die doppelte Reihe kleiner Saugtrichter an der Unterseite erkennen. „Brrr.“ Er schüttelte sich. Wollte das Biest das Bullauge eindrücken? Der Funker überlegte, ob er das Bullauge erneut spaltbreit öffnen sollte, um den Kraken dort draußen mit dem heißen Lötkolben zu vertreiben, als der Ponton der Tangfarm unter einem Brecher erbebte und eine Spritzfontäne gegen seine Kajütenwand schäumte. Der Krake verschwand.Bisher hatte Werner Wagenburg in seiner behäbigen Art die ganze Krakeninvasion immer noch als eine interessante, aber nicht sehr gefährliche Kuriosität angesehen. Er hoffte, dieser Spuk werde, wie schon in den Monaten zuvor, nach wenigen Stunden wieder verschwinden. Aber alle Anzeichen deuteten darauf hin, dass die Farm dieses Mal von dem Phänomen der Krakenwanderung schwerer als die vorangegangenen Male betroffen wurde.Plötzlich schrillte das LF-Gerät. Werner Wagenburg schnellte herum. Seine Sinne waren durch den Krakenüberfall so wach, dass ihn dieses unerwartete Läuten hinter seinem Rücken wie ein Peitschenhieb traf. „Verdammt noch einmal. Mehr ruhig Blut, alter Junge“, redete er sich zu. „Ein Telefon ist noch lange kein Krakerich.“ Aus dem eingebauten Lautsprecher ertönte die Stimme Peter Skagens, des Ersten Offiziers: „Hallo, Werner! Wie steht’s bei dir? Hast du inzwischen eine Verbindung zum Festland herstellen können?“ „Nichts zu machen, Peter! Die schwarze Bande hat sämtliche Antennen demoliert, und ich wette, dass sie auch noch euer Radar klein bekommt. Vorhin habe ich so einen Krakerich auf dem Radarmast Karussell fahren sehen ...“„Du hast eine gehörige Portion Humor. Hör auf, mich zu verkohlen. Die Lage ist viel zu ernst“, schimpfte der Erste Offizier. „Das Festland, Werner“, mahnte er. „Du musst eine Verbindung herstellen, egal, zu wem.“ „Ja doch, ja. Die Seefunkstelle auf Teneriffa und auch die auf den Bermudas rufen uns fortwährend. Der Empfang funktioniert, sogar ohne Antennen. Aber Senden, das ist augenblicklich fast unmöglich. Ich versuche es ja schon immerzu. Doch die Kraken erlauben es nicht. Sie passen höllisch auf. Noch nicht einmal ein anständiges SOS brächte ich heraus, wenn es notwendig wäre.“ „Bewahre uns der Himmel davor. Soweit wird es gar nicht erst kommen. - Höre! Du musst eine Antenne fit bekommen. Ich schicke dir einen zweiten Funker zur Hilfe und ein paar Matrosen zum Schutz.“ „Bist du verrückt? Ich werde wie eine Festung belagert. Zu mir kommt niemand durch. Die Biester sitzen schon vor meiner Tür.“Der Cheffunker auf der Seefunkstelle Teneriffa drehte kopfschüttelnd drei Blatt Papier in seinen Händen hin und her. „Was es doch alles so gibt“, murmelte er. Die Meldungen waren innerhalb der letzten eineinhalb Stunden eingegangen. Die Texte stammten alle drei von dem deutschen Sargassofänger „Kelb 2“, der zur Zeit eintausendsechshundert Meilen weit entfernt auf See stand, sich also etwa über den unterseeischen Felsabhängen der Nordatlantischen Schwelle befand.Das erste Blatt war ein für die Deutsche Farmreederei bestimmtes Funkfernschreiben, das mitten im Satz abbrach: „Funkstation ,Kelb 2‘ - Sturm im Abflauen. Verarbeitung der Tangstränge des Kelb wegen zu großer Wellenhöhe vorläufig nicht möglich. Infolge Sturm keine Algeninseln und keine Tangstränge. Seit heute morgen wieder Krakentang. Etwa zwanzig Polypen auf Deck angeschwemmt. Ihr Verhalten ist harmlos, aber zunehmend unruhig. Farmleitung rechnet mit Zunahme der …“„Trägerfrequenz erloschen“, lautete die Anmerkung des diensttuenden Fernschreibers, mit Rotstift eingetragen. Das zweite Blatt war das Stenogramm einer Bandaufnahme, die etwas später in der Sprechfunkabteilung der Seefunkstelle gemacht worden war. Einer der Funker auf der „Kelb 2“ hatte offenbar unter dem unmittelbaren Eindruck der Ereignisse gesprochen, denn die Sätze hatten mehr den Charakter einer spontanen Schilderung als den eines offiziellen Berichtes: „Hallo, Teneriffa! Hier ,Kelb 2‘, Station B. Verbindung stehen lassen. Dauerkontakt zum Mitschneiden. Bei uns tun sich nämlich merkwürdige Sachen.“Erst vor kurzem erschien in der EDITION digital der 16. und vorerst letzte Teil der nur als E-Books veröffentlichten „Zeitreisenden“-Reihe von Hardy Manthey – „Das geheime Haus des goldenen Itzamná. Ein fantastischer Roman“: Im Teil 15 wagte die Zeitreisende Aphrodite in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts den Flug durch die Zeit mit Hilfe einer fremden Zeitmaschine. Der Flug durch das Zeitloch mit dem Militärflugzeug Typ Lockheed C-130A endete mit einer Katastrophe. Das schwer beschädigte Flugzeug stürzte in den Wäldern Alaskas ab. Den Absturz überlebten alle vier Besatzungsmitglieder, vielleicht nur dank der geheimen Kräfte der Zeitreisenden. Erst sehr viel später erfahren die Überlebenden, dass sie im Jahr 833 nach Christus in Alaska gelandet sind. Mit der Zerstörung der Zeitmaschine, Aphrodites eigentlicher Auftrag, war für sie jeder Weg zurück in die Zukunft unmöglich geworden. Doch nur mit der kontrollierten Zerstörung der Zeitmaschine konnte die Entstehung eines Schwarzen Loches verhindert werden. Das Schwarze Loch hätte die Erde und das ganze Sonnensystem für immer geschluckt. Dafür musste sie einen hohen Preis zahlen.Aphrodite hat nur eine einzige Hoffnung, sie muss eine Nachricht über die Zeit hinweg an die Herren der Zeit hinterlassen. Eine Botschaft, so verständlich, dass die die Herren der Zeit sie finden könnten. Nur wenn sie vor ihrem Tod von ihnen gefunden wird, kann sie als Zeitreisende weiterleben. Sie weiß, dass im Süden das Reich der Maya langsam untergeht, aber im 9. Jahrhundert existiert es noch und schafft monumentale Bauten. Obwohl der Niedergang der Hochkultur der Maya nicht mehr aufzuhalten ist, erkennt sie vielleicht aus eigenem Erleben einige Ursachen klarer und kann Theorien der Wissenschaftler der Zukunft ganz zu Fall bringen. Wichtig ist für sie nur, dass ihre gewaltigen Tempel aus Stein die Zeiten überdauert haben. Das können ihr die nordamerikanischen Nomadenvölker mit ihrer einfachen Art zu leben leider nicht bieten. Ihre imposanten Erdhügel und Totempfähle eignen sich leider nicht für Botschaften, die weit über das zwanzigste Jahrhundert hinaus die Menschen erreichen sollen. So hat sie sich schweren Herzens von ihren neuen Freunden trennen müssen und den gefahrvollen Weg in den Süden gewagt. Dort im mittelamerikanischen Kulturraum angekommen, muss ihr Wissen und Können auch die mächtigen Priester der Tolteken überzeugt haben. Denn wie wir aus Teil 15 bereits wissen, gelang ihr es tatsächlich, in einem Tempel im antiken Ixtlan eine Nachricht zu hinterlassen. Wird mit Hilfe der Studenten die Nachricht die Herren der Zeit erreichen? Wird sie rechtzeitig von den Herren der Zeit gefunden?Aber bevor wir überhaupt die geheimnisvolle Zeitreisende finden, machen wir die Bekanntschaft mit den beiden mexikanischen Studenten – und zwar im Jahre 1973 vor der Nationalen Autonomen Universität in Mexiko City. Und die beiden jungen Leute haben offenbar ein Problem, das mit Aphrodite zu tun hat …„Jacob Urueta winkt seiner Freundin Isabella Arriaga lächelnd zu. Sie kommt auf der breiten Treppe, die den Platz in seiner ganzen Länge einnimmt, direkt auf ihn zu. Er geht ihr mit großen Schritten entgegen, umarmt sie und grüßt sie mit einem Kuss auf ihre Wange: „Hallo Isabella, wie geht es dir? Um es dir gleich zu beichten, ich war nicht bei den Leuten von der Presse. Wir müssen alles noch einmal überdenken. So wie die Dinge zurzeit stehen, wage ich es nicht, unsere Entdeckung an die Presse weiterzugeben. Das Flugzeug von Seattle nach Alaska am 20. Dezember 1964 scheint es nie gegeben zu haben. Die Amerikaner mauern offensichtlich. Der Absturz in Alaska im Jahr 833 ist also völlig aus der Luft gegriffen. Die Standortangaben gibt es erst seit dem Ende des neunzehnten Jahrhunderts. So wird die Geschichte dieser angeblichen Aphrodite zum Absurdum!“ „Feigling, ich denke, es ist alles klar und duldet keinen weiteren Aufschub. Diese unbekannte Frau, diese Zeitreisende, braucht doch unsere Hilfe“, klagt Isabella sichtlich enttäuscht. Ein zartes Band verbindet sie mit der Zeitreisenden. Diese Frau ist so, wie sie gern sein wollte.Jacob nimmt sie an der Hand und gemeinsam gehen sie über den Platz. Er warnt sie eindringlich: „Wir können nicht übereilt handeln. Das alles kann für uns ein Fiasko werden. Unser Studium, ach was, unsere ganze Zukunft würden wir damit gefährden oder gar ganz aufgeben müssen. Der mysteriösen Frau würde es dann erst recht nicht weiterhelfen. Wir brauchen mehr Beweise, um damit an die -ffentlichkeit zu gehen!“ „Du willst also kneifen“, empört sich Isabella, von ihm schwer enttäuscht.„Männer sind eben doch Feiglinge!“ Nervös widerspricht er ihr leise mit zärtlichem Unterton: „Das ist nicht so, wie du es glaubst, Schatz. Ganz und gar nicht ist es so. Hast du dir die feinen Linien auf den Platten einmal genauer angesehen?“ Isabella schaut zu ihm auf und fragt: „Was soll der Quatsch denn jetzt schon wieder bedeuten? Du willst dich nur mit neuen fiktiven Ideen rechtfertigen.“ „Das solltest du aber unbedingt tun, bevor du der Presse die Story verkaufst“, warnt er sie und erklärt überlegen wissend weiter: „Ich habe mir alles noch einmal ganz genau angeschaut. Die Linien sind in dem harten Stein so tief und sauber eingeschnitten, als hätte jemand mit der Nadel in Butter die Linien gezogen. So etwas ist mit viel technischem Aufwand erst seit den dreißiger Jahren unseres Jahrhunderts so sauber möglich. Ich fürchte ernsthaft, dass diese feinen Linien erst nach der Bergung der Platten von ihren Entdeckern nachträglich eingearbeitet wurden. Mit etwas Aufwand wäre es eine zusätzliche Aufwertung der Funde, auch wenn ich den Sinn der Geschichte immer noch nicht wirklich begreifen kann. Wenn die Botschaft doch echt ist, wissen wir beide immer noch nicht, ob tatsächlich ein Flugzeug 1964 in Alaska abgestürzt ist. Du hast doch bisher keinen einzigen Hinweis auf so ein Unglück in den Nachrichten der Zeitungen aus dieser Zeit gefunden. Selbst wenn wir etwas Passendes zu so einem Unglück in der Presse finden sollten, hat es nicht das Geringste zu bedeuten. Die Platten liegen seit Jahrzehnten unbeachtet hier. Wahrscheinlich erst lange nach dem Unglück hat sich ein Mann in der Absicht, die Fachwelt zu täuschen, die Mühe gemacht, die Platten so nach seinem Willen zu verändern. Der Betrüger hat dabei nicht bedacht, dass die Platten aus völlig verschiedenen Orten stammen. Irgendetwas muss den Mann vor Jahrzehnten dann doch daran gehindert haben, die so aufgewerteten Platten gewinnbringend zu veräußern. Veröffentlichen wir die mysteriöse Botschaft doch, sind wir es, die dann diesem Betrüger auf den Leim gegangen sind. Wir werden der ganzen Welt der Lächerlichkeit preisgegeben, wenn wir am Ende doch den Schritt der Veröffentlichung wagen!“Isabella bleibt stehen, hält Jacob fest und widerspricht: „Mein Bauchgefühl als Frau sagt mir, die Botschaft ist echt. Allerdings sind deine Argumente auch nicht ganz von der Hand zu weisen. Es ist eine Option, die wir nicht ignorieren dürfen. Was ist aber, wenn die Botschaft doch echt ist? Wenn doch im neunten Jahrhundert die Frau mit dem Wissen aus der Zukunft die Botschaft auftragen ließ? Mit dem Wissen aus der Zeit um 1964 war man durchaus in der Lage, so eine Botschaft in so feinen Linien in den Stein zu meißeln. Für mich ist etwas anderes noch viel, viel brisanter. Ist die Botschaft doch echt, muss die Frau eine Zeitreisende sein. Verstehst du, die Frau kann durch die Zeit reisen. Ihr fehlen offensichtlich nur die nötigen technischen Hilfsmittel, ihre Reise durch die Jahrhunderte fortzusetzen. Die Botschaft ist definitiv nur an jemand gerichtet, der selbst ein Zeitreisender ist und sie von dort holen kann. Erfährt er, wo sie lebte, wird er sie von dort auch holen. Es kann nicht anders sein, ihr Retter muss auch durch die Zeit reisen können. Begreif endlich die Bedeutung der Botschaft, Jacob! Wir rufen mit ihr nach einer Zeitreisenden und stellen zugleich den Kontakt zwischen zwei Zeitreisenden her. Nur wir können sagen, wo und in welcher Zeit die Zeitreisende gestrandet ist.“ „Dann soll doch der Zeitreisende die Botschaft selbst lesen und sie von dort holen. Was haben wir damit zu tun?“, widerspricht ihr Jacob und steuert auf eine freie Bank zu.“Aber mit diesem Vorschlag von Jacob ist die Geschichte natürlich nicht zu Ende. Noch viele geheimnisvolle Abenteuer warten auf sie – und auf Aphrodite. Und vielleicht können die beiden Studenten der Zeitreisenden doch helfen?Im Übrigen ist es mit den Zeitreisen in Wirklichkeit so eine Sache. Stephen Hawking, einer der berühmtesten Wissenschaftler der Welt, hat dazu laut einem WDR-Bericht im Internet einen höchst interessanten und klugen Versuch gemacht: Wer eine Party plant, verschickt die Einladung immer davor. Macht Sinn, die Freunde sollen ja die Möglichkeit haben, dabei zu sein. Stephen Hawking, einer der einflussreichsten Physiker unserer Zeit, hat es im Juni 2009 genau umgekehrt gemacht. Er hat einen standesgemäßen Raum angemietet, Champagner und Buffet bereitgestellt – die Einladung hat er jedoch erst danach verschickt. Trotzdem hat der Physiker auf Besucher gewartet. Das klingt einigermaßen verrückt. Für Hawking war das jedoch ein Versuch zum Thema Zeitreisen. „Die Einladung zur Party steht auf Papier, das viele Tausend Jahre überstehen soll. Sollten Menschen irgendwann, in ferner Zukunft, durch die Zeit reisen können, könnten sie sich entscheiden, der Einladung zu folgen. Sie könnten zurück in die Vergangenheit reisen und die Party stürmen“, so Hawking. Es sollte die außergewöhnlichste Party der Welt werden. Und wurde die einsamste. Für Hawking war damit klar, dass die Menschheit niemals eine Zeitmaschine bauen wird.Okay, in der Wirklichkeit scheint es also nicht zu funktionieren. Die Literatur hat da allerdings ganz andere Möglichkeiten. Und selbst die Physik hat nachgewiesen, dass man, wenn schon nicht in die Vergangenheit, doch zumindest in die Zukunft reisen könne. Dazu braucht es eigentlich nichts weiter als ein Raumschiff, das schneller als das Licht fliegen kann …Und bis es soweit ist, bis dahin kann man immerhin davon lesen. Viel Vergnügen!
+++Erste Übergaben im Wohnhochhaus PRAEDIUM im Frankfurter Europaviertel+++Nassauische Heimstätte meldet reibungslosen Bauverlauf und termingerechte FertigstellungMit der Fertigstellung des Wohnhochhauses PRAEDIUM, einem markanten Landmark-Gebäude, ist ein weiteres attraktives Wohnangebot für Frankfurt am Main entstanden. Die von dem renommierten Architekturbüro Dietz Joppien geplante Wohnanlage mit Eigentumswohnungen befindet sich in bester Lage direkt am Europagarten im Frankfurter Europaviertel. „Der Bau des Gebäudes vollzog sich reibungslos, somit können alle Wohnungen fristgerecht zum vertraglich vereinbarten Zeitpunkt an die Eigentümer übergeben werden“, informiert Dr. Constantin Westphal, Geschäftsführer der Nassauischen Heimstätte. „Viele Übergaben finden sogar noch vor den geschuldeten Herstellungsterminen statt.“ Eine beachtliche Leistung: 60 Meter in der Höhe ist das PRAEDIUM als ein neues Wahrzeichen für das Europaviertel gut sichtbar. 242 Eigentumswohnungen auf 19 Geschossen, über 52 individuelle Grundrisse, die von 31 m² bis hin zu 363 m² reichen, erfüllen differenzierte Wohnbedürfnisse. Die Käufergruppe ist breit gefächert, darunter alteingesessene Frankfurter und auch eine internationale Klientel.Die Nassauische Heimstätte entspricht somit ihrem Unternehmensauftrag und den Wünschen der Politik, den Wohnungsmarkt zu entlasten. Sie schafft die Voraussetzungen für ein breites Angebot an Wohnraum. Mit den zehn Gewerbeeinheiten des PRAEDIUMs wird gleichzeitig die Infrastruktur im Europaviertel verbessert und ein Mehrwert für die Bewohner geschaffen. Die gute Vermarktung wertet die Nassauische Heimstätte als einen weiteren Beweis dafür, dass sich eine qualitätsorientierte Architektur, die auf Werthaltigkeit, Nachhaltigkeit und ein gutes Investment setzt, erfolgreich behauptet. Kaum ein anderes Wohnhochhaus in Frankfurt bietet so viel Raum für Individualität. Auf unterschiedlichste Wohn-Bedürfnisse wurde mit passenden Angeboten flexibel reagiert. „Das PRAEDIUM spiegelt in dieser Hinsicht das moderne Frankfurt wider, in dem vielfältige Zielgruppen ein passendes Wohnangebot finden. „Familien, Singles, Kosmopoliten, sie alle haben Pluspunkte für das PRAEDIUM gefunden“, unterstreicht Geschäftsführerin Monika Fontaine-Kretschmer.Die nach Süden orientierten Townhäuser mit individuellem Gärten und Maisonette-Wohnungen mit Dachterrassen wurden von jungen Familien mit Kindern favorisiert, während sich Singles zumeist für die kleineren Apartments entschieden haben. Für die großen Wohnungen in den oberen Etagen und für die Penthäuser konnten Käufer aus der Region und dem In- und dem Ausland gewonnen werden. Vor allem in den oberen Etagen begeistern spektakuläre Blicke auf die Frankfurter Skyline, den nahegelegenen Taunus oder den Odenwald.
Der chinesische Modehersteller digitalisiert seine Lieferkette und verbessert den Produktentwicklungsprozess mit der PLM-LösungIsmaning/Paris, 21. November 2017 – Lectra, weltweit führend in integrierten Lösungen, die speziell ausgerichtet sind auf die Stoff-, Leder-, Textil- und Verbundwerkstoffindustrie, überzeugt Jinfa Labi, börsennotiertes Unternehmen für Umstands- und Babybekleidung in China. Mit der Fashion PLM 4.0 geht der Hersteller den Schritt zu einer vernetzten effizienten Lieferkette.Angetrieben durch das Wachstum der Wirtschaft, verlangen chinesische Eltern Umstands- und Babybekleidung aus hochwertigem Material mit individuellem Design. Um den neuen Marktbedürfnissen gerecht zu werden, digitalisiert Jinfa Labi den gesamten Produktentwicklungsprozess – vom Design bis zur Produktion. Lectras aktuelle Fashion PLM 4.0 gibt den Herstellern die erforderliche Geschwindigkeit und Flexibilität. Der freie Fluss verlässlicher Daten zwischen Prozessen, Technologien und Personen ermöglicht es Mode- und Bekleidungsunternehmen mit Trends Schritt zu halten und Geschäftsmodelle schnell anzupassen. Mit ihrem großen Funktionsumfang ist Lectras Fashion PLM das intelligente Rückgrat der digitalen Lieferkette in der Industrie 4.0.„Als eines der ersten heimischen Unternehmen, das sowohl Forschung und Entwicklung als auch Design, Produktion und Vertrieb von Babybekleidung abdeckt, wächst Jinfa Labi rasant. Wir suchen einen Partner mit weltweiter Perspektive und einem fundierten Wissen in Best Practices der Industrie“, sagt Lin Ruowen, General Manager von Jinfa Labi. „Lectra ist genau der Richtige. Lectras Fashion PLM 4.0 vernetzt CAD, industrielle Standardsoftware, Firmen IT Systeme und externe Lieferanten. So digitalisieren wir vollständig unsere Lieferkette, da alle unsere Produktionsschritte abgedeckt werden. Das gibt uns die Möglichkeit, uns auf das Verbessern unserer Kernkompetenzen zu konzentrieren.“„Mit Lectras Unterstützung treibt Jinfa Labi die Initiative der Regierung Made in China 2025 weiter voran. Das Industrie-4.0-basierte Wirtschaftsprogramm wird nicht nur die Arbeitsweise der Hersteller revolutionieren, sondern auch die Art und Weise verändern, wie Unternehmen und Einzelhändler ihre Geschäfte führen“, so Andreas A. Kim, Geschäftsführer von Lectra für die Region China. „Lectra hat sich dazu verpflichtet, Kunden mit der nötigen Technologie zu unterstützen, um in dieser neuen digitalen Ära Fuß zu fassen. Wir möchten unsere 44 Jahre Erfahrung nutzen, um Jinfa Labi durch betriebliche Exzellenz zum Erfolg zu verhelfen.“
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